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2. Ausgangsvoraussetzungen
9. Bewertung des Gesprächs
Entwürfe
Ausbildungsmethoden
3. Ablauf
10. Rollengespräch
4. Anlagen
11. 4-Stufen Methode
5. Bewertung des Entwurfs
ISBN: 978-3-942951-17-3
6. Präsentation
Das Multimedia Ausbildungspraxis und Prüfungsvorbereitung ist eine Ergänzung zum AEVO Heft 6 des IFA-Verlags. Es enthältEine Beratung zur praktischen AEVO-Prüfung bei der IHKDie Erstellung, Präsentation einer Ausbildungseinheit vor einem Prüfungsausschuss und die BewertungEine Darstellung der Methode „Rollenspiel“Eine Darstellung der „Vier-Stufen-Methode
7. Prüfungsgespräch
Multimedia: Ausbildungspraxis und Prüfungsvorbereitung
8. Bewertung der Präsentation
1. Beratung
Impressum
FörderungDie Entwicklung dieser Einheit wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.
Hauptmenü
Medienentwicklung Multimedia Gestaltung PriMuS GmbH, Bonn Video- und Audioaufnahmen, Schnitt, Gestaltung und SprecherKlaus Dripke
ProjektleitungDipl. Soz. Ursula Rettke Bildungszentrum der Wirtschaft im Unterwesergebiet e.V., Bremen
Weitere Mitwirkende an den Multimedia zur praktischen AEVO-Prüfung PrüfungskandidatinVerena Tillessen Beraterin in der IHK Bonn/Rhein-SiegHeike Debus In der Rolle des Prüfungsausschusses, der auch bei der inhaltlichen Gestaltung der Wissenseinheiten beratend tätig war:Sigrid MartinDr. WolfgangHahn Heinz Stommel
Herausgegeben von: IFA-Verlag GmbH, Bonn Inhaltlich Verantwortlicher gem. § 55 II RStV Wilhelm H. Bähr Erlenweg 11 53227 Bonn baehr.redaktion@ifa-verlag.de IFA VerlagErlenweg 11 53227 Bonn Deutschland Telefon 0228-40095-44 Fax 0228-40095-79
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) und andere prüfende Stellen unterstützen gerne die künftigen Prüfungsteilnehmer.Es ist daher ratsam, bereits mehrere Monate vor dem angestrebten Prüfungstermin mit dem AEVO-Sachbearbeiter/ der Sachbearbeiterin der zuständigen Stelle einen Beratungstermin zu vereinbaren. In den folgenden fünf Videosequenzen können Sie ein solches Beratungsgespräch erleben. Diese Videosequenzen bereiten Sie bestens auf Ihr eigenes Gespräch vor. Da die Regelungen der zuständigen Stellen voneinander abweichen können, dürfen Sie sich nicht allein auf die folgenden Video-Sequenzen stützen. Vereinbaren Sie bald Ihr Beratungsgespräch bei Ihrer zuständigen Kammer.
Start
2. Richtlinien
1. Beratung zur praktischen AEVO-Prüfung bei der IHK
Der letzte Zeitpunkt, bis zu dem eine Anmeldung zur Prüfung eingegangen sein muss, wird Anmeldeschlusstermin genannt. In der Prüfungsordnung der IHK Bonn heißt es beispielsweise: „Die zuständige Stelle gibt die Prüfungstermine einschließlich der Anmeldefristen in geeigneter Weise öffentlich mindestens einen Monat vor Ablauf der Anmeldefrist bekannt. Wird die Anmeldefrist überschritten, kann die zuständige Stelle die Annahme des Antrags verweigern.“Wenn der Anmeldeschlusstermin versäumt wird, verweist die Kammer auf den nächsten Prüfungstermin.
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anerkannter Ausbildungsberuf
1.3 Entwurf
Ausbildungsberufe werden durch Rechtsverordnung anerkannt. Die Rechtsverordnungen nennt man Ausbildungsverordnungen bzw. Ausbildungsordnungen. Jugendliche unter 18 Jahren dürfen nur in Berufen ausgebildet werden, die durch eine solche Rechtsverordnung anerkannt wurden. Zur Zeit (2014) gibt 344 anerkannte Ausbildungsberufe.
1.5 Themenwahl
1.2 Gliederung
abgeschlossene Berufsausbildung
1.1 Anmeldung
1.1 Sich über die Anmeldung informieren
Anmeldeschlusstermin
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1.4 Muster
Berufsausbildung ist der Teil der Berufsbildung, in dessen Verlauf insbesondere jungen Menschen erste grundlegende berufliche Qualifikationen in einem anerkannten Ausbildungsberuf vermittelt werden. Abgeschlossen wird die Berufsausbildung durch die erfolgreiche Abschlussprüfung.
Alle zuständigen Stellen für Berufsbildung beraten gerne künftige Prüfungsteilnehmerinnen und −teilnehmer für die AEVO-Prüfung. Frau Tillessen will sich auf die Prüfung vorbereiten und hat mit Heike Debus von der IHK Bonn/Rhein-Sieg ein Beratungsgespräch vereinbart.
Bezeichnung für eine von den Prüflingen vor dem Prüfungsausschuss darzustellende Ausbildungsmaßnahme. Die Ausbildungseinheit wird im Regelfall schriftlich geplant und dann vor dem Prüfungsausschuss präsentiert oder praktisch durchgeführt.  Der Begriff Ausbildungseinheit wird in neueren Regelungen zur Ausbilderprüfung durch "Ausbildungssituation“ ersetzt. Da eine Situation wenig greifbar ist, verwenden wir beide Begriffe gleichbedeutend.
1.2 Sich über die Gliederung der Prüfung informieren
Multiple Choice
Die Beraterin der Kammer stellt die Gliederung der AEVO-Prüfung dar.
Bezeichnung für Mehrfachwahlaufgaben, bei denen die Prüflinge eine oder mehrere Lösungen aus einer Anzahl von vorgegebenen Antworten auswählen.
Präsentation
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Ausbildungseinheit
Hier: Darstellung einer geplanten Ausbildungseinheit vor dem AEVO-Prüfungsausschuss.
Prüfungsausschuss
1.3 Sich über den Entwurf der Ausbildungseinheit informieren
Vordrucke
Gemeint sind insbesondere Formblätter, in die die Ausbildungseinheit eingeschrieben werden kann, bzw. nach deren Form die Ausbildungseinheit gestaltet werden soll. Im umgangssprachlichen Sinne gehören dazu auch Merkblätter mit Informationen über die einzelnen Prüfungsteile und die gestellten Anforderungen. Es gibt keine bundeseinheitlichen „Vordrucke“. Diese werden vielmehr von den Prüfungsausschüssen der prüfenden Stellen entwickelt und für die Prüflinge als Richtlinie bereitgestellt.
Prüfungsgespräch
Der Prüfungsausschuss ist ein Organ der zuständigen Stelle, z.B. der IHK. Er setzt sich aus im Bereich der AEVO-Prüfungen aus Beauftragten der Arbeitnehmer, der Arbeitgeber Arbeitgeber sowie mindestens einer Lehrkraft, die im beruflichen Schul- oder Fortbildungswesen tätig ist, zusammen. Der Prüfungsausschuss ist in seinen Werturteilen über die Ausbildungseinheit (Ausbildungssituation).Der Prüfungsausschuss ist in seinen Werturteilen über die Ausbildungseinheit unabhängig und nur den rechtlichen Regeln verpflichtet.
Die Kammer-Mitarbeiterin informiert darüber, welche Regeln für das Entwerfen einer Ausbildungseinheit von den Prüfungsausschüssen festgelegt worden sind.
Nach Maßgabe der AEVO findet ein Gespräch zwischen den Prüflingen und dem Prüfungsausschuss statt, in dem die Prüflinge die Kriterien für die Auswahl und die Gestaltung der Ausbildungseinheit begründen sollen.
Die Kammer stellt verschiedene Vordrucke bereit. Die Prüfungsbewerberin fragt nach, ob auch Muster für die Ausbildungseinheit dabei sind.
1.4 Nach Mustern einer Ausbildungseinheit fragen
Eine objektive Bewertung ist dadurch gekennzeichnet, dass alle Prüflinge für vergleichbare Leistungen auch vergleichbare Bewertungsergebnisse erzielen. Dieses Prinzip erfordert, dass auch die Prüfungsbedingungen, die auf die Leistung maßgebend Einfluss nehmen können, für alle Prüflinge gleich gestaltet werden.
Objektive Bewertung
» 2. Ausgangsvoraussetzungen
Thema
1.5 Sich über die Themenwahl informieren
Ist das Thema für die Ausbildungseinheit vorgeschrieben? Die Prüfungsbewerberin fragt nach.
Gegenstand der Ausbildungseinheit.Das Thema für die Ausbildungseinheit kann frei gewählt werden. Die Wahl des Themas ist im Prüfungsgespräch zu begründen.
Die ersten Schritte zur praktischen Prüfung sollen zeigen, wie eine Prüfungsteilnehmerin die Richtlinien der prüfenden Stelle für den Entwurf der Ausbildungseinheit (Ausbildungssituation) erkundet. Folgende Schritte können Sie miterleben: 2.1   Vorschriften beachten 2.2   Prüfungsform feststellen 2.3   Ziel der Ausbildungseinheit verstehen 2.4   Bestandteile der Ausbildungseinheit erkennen 2.5   Fachliche Eignung im Deckblatt angeben 2.6   Ausbildungsthema angeben 2.7   Die selbständige Erstellung des Entwurfs erklären 2.8   Das Ausbildungsthema einordnen 2.9   Beschreibung der Auszubildenden: zur Person 2.10 Beschreibung der Auszubildenden: zum Ausbildungsstand 2.11 Beschreibung der Auszubildenden: zum Verhalten 2.12 Beschreibung der angestrebten Lernziele 2.13 Angaben zur Ausbildungsmethode 2.14 Den Zeitbedarf für die Ausbildungseinheit abschätzen 2.15 Anmerkungen zum Zeitpunkt 2.16 Anmerkungen zum Ausbildungsort 2.17 Anmerkungen zu denAusbildungsmitteln
2. Richtlinien zur Gestaltung einer Ausbildungseinheit erkunden
2.15 Zeitpunkt
2.5 fachliche Eignung
2.10 zum Ausbildungsstand
2.16 Ausbildungsort
Hintergrundwissen
2.17 Ausbildungsmittel
Maßgebend ist die AEVO, die die praktische Prüfung vorschreibt: "§3 Nachweis der Qualifikation (Auszug) (2) Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil. (4) Der praktische Teil besteht aus der Präsentation oder praktischen Durchführung einer vom Prüfungsteilnehmer auszuwählenden Ausbildungseinheit und einem Prüfungsgespräch, in dem der Prüfungsteilnehmer Kriterien für die Auswahl und Gestaltung der Ausbildungseinheit zu begründen hat. Die Prüfung im praktischen Teil soll höchstens 30 Minuten dauern.“ Hinzu kommen Richtlinien, die die Prüfungsausschüsse der Kammern in verantwortungsvoller Interpretation der AEVO entwickelt haben. Die entsprechenden Richtlinien der Prüfungsausschüsse finden Sie in der Regel auf den Webseiten der IHKs.
Der erste Schritt auf dem Weg zur praktischen AEVO-Prüfung ist die Frage nach den einschlägigen Vorschriften. Sonja Tillessen, die wir auf ihrem Weg zur und durch die Prüfung begleiten, hat sich in der Kammer über die AEVO-Prüfung informiert und sichtet die einschlägigen Unterlagen.
2.11 zum Verhalten
2.6 Ausbildungsthema
2.1 Vorschriften
2.2 Prüfungsform
2.12 Lernziele
2.7 selbstständige Erstellung
2.13 Methode
2.8 Einordnung
2.14 Zeitbedarf
2.3 Zielsetzung
2.4 Bestandteile
2.9 zur Person
2.1 Vorschriften beachten
2.2 Prüfungsform feststellen
Aus der AEVO hat die Prüfungsteilnehmerin entnommen, dass es zwei Formen der praktischen Prüfung gibt: die praktische Durchführung einer Ausbildungseinheit mit Auszubildenden und, alternativ dazu,die Präsentation der beabsichtigten Ausbildungseinheit vor dem Prüfungsausschuss. Hinzu kommt noch die Simulation der praktischen Prüfung, indem ein Ausschussmitglied sich als Prüfling zur Verfügung stellt.Aus den "Richtlinien" der Kammer kann sie die Form entnehmen, die bei ihrer Kammer bevorzugt wird.
Bis 1998 sprach man von „Unterweisungsprobe”. Ab 1998 nannte die AEVO den Entwurf „Ausbildungseinheit”. Seit 2009 spricht die AEVO von „Ausbildungssituation”. Ziel und Form von Unterweisungsproben, Ausbildungseinheiten und beschriebenen Ausbildungssituationen sind nahezu identisch. Auch die Probleme der Durchführung entsprechen sich: Es war und ist ein Problem, Auszubildende beim Prüfungstermin teilnehmen zu lassen, die hinsichtlich Vorbildung, Ausbildungsstand, Beruf usw. den Vorstellungen der Prüflinge entsprechen. Dann ist zu bedenken, dass die Durchführung nur rd. 15 Minuten dauern kann. Das ist ein sehr kurzer Zeitraum für eine solche Ausbildungsmaßnahme. Allerdings sagt die konkrete Durchführung einer Ausbildungsmaßnahme besonders viel über die pädagogische Befähigung der Prüfungsteilnehmerinnen und -teilnehmer aus. Deshalb simulieren manche Prüfungsausschüsse die Ausbildungsmaßnahme, indem sich ein Ausschussmitglied als Auszubildender bzw. Auszubildende ausgibt und sich mindestens teilweise vom Prüfling qualifizieren lässt. Da dies nicht mit allen Themen gleich gut geht, - denken Sie nur an die erforderlichen Vorkenntnisse der „Auszubildenden” und die erforderlichen Ausbildungsmittel -, muss der Ausschuss in diesen Fällen sehr eng die Themen und Rahmenbedingungen der simulierten Ausbildungsmaßnahme regeln. Beide Formen der praktischen Durchführung sind nicht sehr verbreitet. Überwiegend wird daher die „Präsentation” gewählt. Diese lässt sich organisatorisch gut bewältigen und bietet allen Prüfungsteilnehmern und -teilnehmerinnen die gleichen Chancen.
§ 2 Berufs- und arbeitspädagogische Eignung
Erfahrungen
2.3 Ziel der Ausbildungseinheit verstehen
Die berufs- und arbeitspädagogische Eignung umfasst die Kompetenz zum selbstständigen Planen, Durchführen und Kontrollieren der Berufsausbildung in den Handlungsfeldern:1. Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung planen, 2. Ausbildung vorbereiten und bei der Einstellung von Auszubildenden mitwirken, 3. Ausbildung durchführen und 4. Ausbildung abschließen.
Franz-Josef Ramm (vormals GF der IHK Aachen) sagte zu gegebenem Anlass:  „Wenn Prüflinge in ihrer Unterweisung etwas fachlich Falsches pädagogisch überzeugend vermitteln, muss ihnen die berufs- und arbeitspädagogische Eignung zugestanden werden.“ Allerdings wird der Prüfungsausschuss auf die erkennbaren Mängel in der fachlichen Eignung hinweisen. Einen Einfluss auf die pädagogische Beurteilung hat das aber nicht. Angesichts der Vielzahl von Berufen und möglichen Themen für Ausbildungseinheiten kann natürlich nicht erwartet werden, dass der Prüfungsausschuss in allen Berufen und Themen sachkundig ist und sich entsprechend äußert.
AusbEignV 2009
Unabhängig von der Prüfungsform ist eine Ausbildungseinheit zu entwerfen. Eine solche Einheit soll für die praktische AEVO-Prüfung beschrieben, dem Prüfungsausschuss präsentiert und im Gespräch erörtert werden. Frau Tillessen möchte gerne wissen, welche ihrer Fähigkeiten damit eigentlich geprüft werden sollen. Sie schaut noch einmal in die AEVO und kommt zu der Überzeugung, dass es nicht ihre fachlichen Fähigkeiten sind, die überprüft werden sollen.
§
Formular Deckblatt
Zu Beginn der Entwicklung einer Ausbildungseinheit ist es sinnvoll, sich den Aufbau einer solchen Einheit zu verdeutlichen. Unsere angehende Ausbilderin stellt fest, dass ihre Ausbildungseinheit in vier Teile gegliedert werden kann:Ein Deck- oder TitelblattAngaben zur Ausbildungseinheit mit Analysen und PlanungenBeschreibung des Ablaufs der AusbildungAnhang mit Aufgabenblättern und Sonstigem Sie können das Deckblatt der Ausbildungseinheit unten aufrufen. Dieses enthält bei allen Kammern weitgehend die gleichen Informationen:Block: PersonaldatenBlock: Erklärung zur fachlichen EignungBlock: ThemaBlock: Versicherung, dass der Entwurf von der Prüfungsbewerberin bzw. dem Prüfungsbewerber selbständig erstellt wurde.Die Vordrucke für die weiteren Teile des Entwurfs werden in den folgenden Arbeitsschritten nach und nach eingeführt.
2.4 Bestandteile der Ausbildungseinheit erkennen
Bei manchen Deckblättern von Ausbildungseinheiten werden noch Lernziele, Dauer der Ausbildungseinheit oder die Liste der Ausbildungsmittel abgefragt.Dieses ist möglich. Besser erscheint es uns aber, wenn diese didaktischen Elemente der Ausbildungseinheit geschlossen in den „Angaben zur Ausbildungseinheit“ aufgeführt werden.
2.5 Fachliche Eignung im Deckblatt angeben
In den letzten 10 Jahren wurden rd. 200 Berufe neu geordnet oder neu geschaffen. Die Fachkräfte, die in den vorherigen Berufen die Prüfung abgelegt haben oder die bei neuen Berufen bisher in den Arbeitsfeldern dieses neuen Berufes tätig waren, gelten als fachlich geeignet. Bei besonderen Grenzfällen sind die Ausbildungsberater und -beraterinnen der Kammern zu befragen. Es besteht auch die Möglichkeit, dass die zuständige Behörde die fachliche Eignung „wideruflich“ zuerkennt, also nur für die beabsichtigte Ausbildung zuerkennt, damit die Ausbildung durchgeführt werden kann.
Im Deckblatt wird eine Erklärung zur fachlichen Eignung für den Ausbildungsberuf verlangt, in dem die Ausbilderin tätig werden will. Die Prüfungsteilnehmerin hat vor 12 Jahren eine Prüfung als Industriekauffrau abgelegt.
2.6 Ausbildungsthema angeben
Jetzt muss Frau Tillessen ein Ausbildungsthema auswählen. Dabei lässt sie sich von folgenden Prinzipien leiten: Das Thema sollte zum einen zum Ausbildungsstand der Auszubildenden passen und als Ausbildungsthema in der Ausbildungsordnung enthalten sein. Außerdem sollte es zeitlich angemessen sein, ganzheitlich, als abgerundetes Thema gewählt werden und gut vor dem Ausschuss präsentierbar sein. Nach längerer Überlegung greift sie ein Thema aus den täglichen Arbeitsabläufen auf, welches allen Anforderungen entspricht.
Das Thema muss nicht wörtlich in der Ausbildungsordnung enthalten sein, aber aus dieser abgeleitet werden können. Vielfach wird zunächst an Themen gedacht, die sich auf Kenntnisse richten. Diese können gut in Vorträgen, Lehrgesprächen usw. vermittelt werden. Die heutigen Leitbilder der Ausbildung sind aber Handlungsorientierung, Arbeitsorientierung, Prozessorientierung, Praxisorientierung. Daher sollten auch Themen aus den täglichen Arbeitsabläufen berücksichtigt werden. Diese praktischen Themen sind realistisch, und es drängt sich nicht der Eindruck auf, dass die Ausbildungseinheit eine einmalige Aktivität sei, die nach der Prüfung schnell wieder vergessen werden kann. Die Ausbildungseinheit soll einen Idealfall für das praktische Ausbilden darstellen, die in der praktischen Ausbildung als dauernde Orientierung dienen kann.
2.7 Die selbständige Erstellung des Entwurfs erklären
Oft werden die Entwürfe von Ausbildungseinheiten im Lehrgang angefertigt, mit Lernpartnern beraten, mit Freunden oder Ehepartnern erörtert, von Lehrkräften durchgesehen, im Lehrgang mit anderen Teilnehmenden simulierend durchgeführt oder im Betrieb mit Auszubildenden erprobt. Dieser Praxis steht die Forderung gegenüber, dass der Entwurf von den Prüfungsbewerbern und -bewerberinnen selbständig erarbeitet werden soll, denn nur dann kommt seine individuelle berufspädagogische Befähigung zum Ausdruck. Sind also die oben genannten Hilfen unzulässig? Ja, sie sind unzulässig, wenn der Entwurf dadurch überwiegend das Ergebnis von Hilfen ist. Aber:Ratschläge, Hinweise und Erörterungen, die die Prüfungsbewerberinnen und -bewerber aufnehmen, aus denen sie lernen und die dann aus einer erweiterten Sicht zur Verbesserung des Entwurfs führen, sind zu dulden, auch die Nutzung des vorliegenden Multimedia. Alles andere wäre lebensfremd.
Unsere Prüfungsteilnehmerin muss eine Erklärung zur "Selbständigen Erstellung" unterschreiben. Da sie ihren Entwurf zuvor mit einer Lernpartnerin durchgesprochen hat, ist sie zunächst unsicher. Dann aber kommt sie zu dem Schluss, dass der Entwurf im Wesentlichen ihr eigenes Werk ist und unterschreibt die entsprechende Erklärung.
Einordnungsmöglichkeiten
ThemenlisteArbeitsprozessInhaltliche Struktur
Ausbildungs-berufsbild
Ausbildungs-rahmenplan
Auszug aus dem Ausbildungsrahmenplan "Industriekaufmann/Industriekauffrau"
BetrieblicherAusbildungsplan
2.8 Das Ausbildungsthema einordnen
Prüfungsteilnehmerinnen und -teilnehmer müssen sich immer wieder vor Augen führen, dass nur in seltenen Fällen die Prüfenden sachkundig für den Beruf sind, in dem der Ausbildungsentwurf erstellt wird. Daher verlangen die Ausschüsse vielfach, dass ein Zusammenhang zwischen dem Entwurf und dem Beruf hergestellt wird. Es geht dabei um die schwächste der Beweisführungen, die glaubhafte Darlegung. Das kann mit verschiedenen Mitteln geschehen: Abbildung des Ausbildungsberufsbildes. Allerdings sind dessen Formulierungen so abstrakt, dass Zusammenhänge zum Thema für Berufsfremde oft nur schwer herstellbar sind.Aufschlussreicher sind dann schon Auszüge aus den Ausbildungsrahmenplänen, die das Ausbildungsberufsbild detaillieren.Konkreter sind manchmal betriebliche Ausbildungspläne, weil sie die Ausbildungsmaßnahmen direkt benennen. Nicht immer verlangen die Prüfungsausschüsse die „Darlegung des Zusammenhangs von Thema und Ausbildung“. Oft wird auch eine fachliche Einordnung des Themas erwartet. Diesem Anspruch kann wie folgt entsprochen werden:Zusammenstellung einer kleinen Liste mit den zusammengehörenden Themen eines ArbeitsfeldesDarstellung des Arbeitsprozesses, aus dem das Thema entnommen istDarstellung der inhaltlichen Struktur eines Sachgebietes, wenn es insbesondere um Kenntnisse geht.
Thema der Ausbildungseinheit
Die Richtlinien der Kammer verlangen den Nachweis, dass das Thema der Ausbildungseinheit direkten Bezug zu den vorgeschriebenen Ausbildungsinhalten des Berufes hat. Frau Tillessen überlegt, wie sie das nachweisen kann und entscheidet sich, in den Ausbildungsnachweis einen Auszug aus dem Ausbildungsrahmenplan einzufügen. Dort markiert sie die "Fertigkeiten und Kenntnisse", zu denen die Ausbildungseinheit in Bezug steht, damit sich der Prüfungsausschusses schnell orientieren kann.
Formblatt
2.9 Beschreibung der Auszubildenden: zur Person
Die Daten zur Person stellen den ersten Teil der Adressatenbeschreibung dar. Weil die Prüfungsbewerberin nur eine Auszubildende betreut, ist die Beschreibung relativ einfach und zugleich präzise durchführbar. Bei einer Gruppe von Auszubildenden ist eine zusammenfassende Beschreibung angebracht, z.B.: Drei Auszubildende sind 17 Jahre alt, ein weiterer 16 Jahre alt. In diesem Falle müssen auch Angaben zum Geschlecht der Beteiligten gemacht werden. Dieses erübrigt sich hier im Beispiel durch die Berufsbezeichnung „Industriekauffrau“. Wählen Sie bei der Berufsbezeichnung immer die jeweils zutreffende weibliche oder männliche Berufsbezeichnung, wie sie in der Ausbildungsordnung vorgegeben ist.
In dem Formblatt „Angaben zur Ausbildungseinheit“ findet die Prüfungsbewerberin die Aufforderung „Adressatenbeschreibung“. Diese Beschreibung teilt sie in drei Teile ein:Angaben zur PersonAngaben zum AusbildungsstandAngaben zu Leistung und Verhalten
Die Beschreibung der vorangegangenen betrieblichen Ausbildung sollte die beteiligten Abteilungen, Fachbereiche oder Einsatzgebiete nennen. Wenn die Ausbildung schon weit fortgeschritten ist, kann diese Beschreibung eingeschränkt werden. Der Begriff „Einsatzgebiet“ stammt aus der Ausbildungsordnung der Industriekauffrau von 2002. Dort ist eine zeitliche Gliederung dargestellt, die Einsatzgebiete anspricht und zugleich sagt, in welchem Ausbildungsjahr in den einzelnen Einsatzgebieten ausgebildet werden soll und wie viel Monate die Ausbildung dort dauern soll. Es ist ratsam, bei der Beschreibung des Ausbildungsstandes auf die jeweils gültige Ausbildungsordnung zurückzugreifen. Wenn Phasen der außerbetrieblichen Ausbildung vorausgegangen sind, sollten diese auch benannt werden. Auch der Berufsschulunterricht kann angesprochen werden. Für die Bewertung der Ausbildungseinheit ist es wichtig, welche Vorbildung zu dem konkreten Thema der Ausbildungseinheit besteht. Hier geht es um das Scannen. Daher spricht die Prüfungsteilnehmerin dieses Thema an und weist auf erste Erfahrungen beim Mitwirken hin.
2.10 Beschreibung der Auszubildenden: zum Ausbildungsstand
Die Beschreibung der Auszubildenden richtet sich nun auf die vorangegangene Ausbildung.
Die Schwierigkeit (Anforderungen) des Ausbildungsthemas, die fachliche Vorbildung und die Fähigkeiten der Auszubildenden sollen miteinander harmonieren. Manchmal werden unbewusst Überforderungen oder Unterforderungen der Auszubildenden konstruiert. Das führt zu Nachfragen im Prüfungsgespräch. Wenn dann keine plausible Erklärung gegeben werden kann, sind Punktabzüge die Folge.
2.11 Beschreibung der Auszubildenden: zum Verhalten
In der Adressatenbeschreibung fehlen noch Aussagen, die Verhalten, Leistung und Interessen der Auszubildenden ansprechen. In Frage kommen grundsätzlich Merkmale, die in typischer Weise in Beurteilungen angesprochen werden, u.a. Teamfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit, Arbeitssystematik usw. Frau Tillessen entscheidet sich für die Merkmale, die nach ihrer Ansicht für die Ausbildungseinheit besonders wichtig sind.
In der oben dargestellten Ausbildungseinheit geht es nicht um Kundengespräche, Teamarbeit oder andere Tätigkeiten, die das Sozialverhalten betreffen. Daher können diese Merkmale außer Acht gelassen werden. Grundsätzlich sollte bei der Vorbereitung einer Ausbildungsmaßnahme gefragt werden: Haben die Adressaten Interesse an der Thematik?Wie waren die bisherigen Lern- und Arbeitsleistungen?Besteht Interesse an der Arbeitsform, z.B. selbständige Arbeit, Partnerarbeit, Gruppenarbeit, Assistenz?Sind die Voraussetzungen für die vorgesehene Lern- und Arbeitsform gegeben?Hier: Planungsfähigkeit, systematisches Vorgehen, Kontrolle der Ergebnisse.
Die Richtlinien der hier angesprochenen IHK Bonn/Rhein-Sieg verlangen die Beschreibung von Lernzielen. Die Prüfungsteilnehmerin entschließt sich, nach dem traditionellen Lernzielkonzept vorzugehen unddie Lernziele nach dem Grad der Eindeutigkeit zu stufen undauf der Feinlernzielstufe die Verhaltensmöglichkeiten nach erfolgreichem Lernen zu beschreiben.
Die gewählte Form der Lernzielbeschreibung ist zunächst durch eine Stufung nach dem Grad der Eindeutigkeit der Lernziele gekennzeichnet. Richtlernziele geben die Ausbildungsziele für größere Bereiche der Ausbildung an. Im vorliegenden Beispiel ist das Richtlernziel aus dem Ausbildungsrahmenplan entnommen worden. Groblernziele sind typisch für eine zusammenfassende Zielbestimmung der Ausbildungseinheit. Feinlernziele geben relativ präzise die Teilziele der Ausbildungseinheit an. Mit den Begriffen kognitiv, affektiv und psychomotorisch werden die Leistungsbereiche des Lernens angesprochen. Kognitive Lernziele sprechen die geistige Arbeit, das Denken an. Affektive Lernziele richten sich auf das Fühlen, Wollen und die Einstellungen der Lernenden beim Lernen und Arbeiten an der Aufgabenstellung. Psychomotorische Lernziele umfassen Fertigkeiten, sie sprechen das bewusste Handeln an. Die Formulierung der Feinlernziele (Teilziele) ist so gewählt, dass ausgedrückt wird, was die Auszubildenden nach erfolgreicher Durchführung der Ausbildungseinheit tun können. Zudem wird noch einmal ausdrücklich betont, in welchem Lernbereich die Schwerpunkte der Ausbildungseinheit liegen. Auf keinen Fall sollte vergessen werden, auf die affektiven Elemente hinzuweisen, die durch die Ausbildungseinheit weiterentwickelt werden können. Diese unterstützen den Aufbau von Schlüsselqualifikationen und Kompetenzen in besonderer Weise.
2.12 Beschreibung der angestrebten Lernziele
Die Prüfungsbewerberin nimmt sich nun den nächsten Abschnitt vor und findet dort die Aufforderung, die Ausbildungsmethode zu beschreiben.
2.13 Angaben zur Ausbildungsmethode
Der Dreierschritt Planen, Durchführen und Kontrollieren soll offenbar die Lernarbeit der Auszubildenden bestimmen. Das kann grundsätzlich mit verschiedenen Ausbildungsmethoden realisiert werden, z.B.: Projektarbeit, Leittextmethode, Erkundung, Fallmethode, Lernaufgabe.
Jede Ausbildungseinheit muss inhaltlich, methodisch und zeitlich geplant werden. Frau Tillessen entschließt sich, in den Vorüberlegungen des Entwurfs die Gesamtzeit für die Durchführung der Ausbildungseinheit anzugeben.
2.14 Den Zeitbedarf für die Ausbildungseinheit abschätzen
Für die Präsentation oder die alternative praktische Durchführung der Ausbildungseinheit stehen nach Maßgabe der AEVO je 15 Minuten zur Verfügung. Daraus wird ersichtlich, dass die AEVO keine mehrstündigen Ausbildungseinheiten vorgesehen hat. Es sollten Themen gewählt werden, die max. 60 Minuten dauern und in 15 Minuten im Detail präsentiert werden können.
Manchmal werden dem Ausschuss Entwürfe mit einem Zeitbedarf von sechs bis acht Stunden vorgelegt. Das schmälert das Prüfungsergebnis, denn bei so langen Themen kann nur die Grobstruktur des mehrstündigen Ablaufs beschrieben werden. Die nachzuweisenden berufs- und arbeitspädagogischen Fähigkeiten zeigen sich aber in den feineren Strukturen der Ausbildung, z.B. in den Motivationshilfen und den Hilfen beim Auftreten von Schwierigkeiten. Das Eingehen auf den natürlichen Ablauf des Lernprozesses kann nur bei kleineren Themen, die nicht ausufern, verdeutlicht werden.
Mit den „Angaben zum Zeitpunkt der Ausbildungsmaßnahme“ will der Prüfungsausschuss erkunden, ob Kenntnisse über die Gesetzmäßigkeiten der physiologischen Leistungsbereitschaft vorhanden sind. In den Mittagsstunden sinken Leistungsbereitschaft und Lernfähigkeit; die Fehlerhäufigkeit steigt. Der Ausschuss verlangt keineswegs, dass arbeitsbezogene Ausbildungsmaßnahmen am Vormittag stattfinden sollen. Wenn diese also im Entwurf direkt an die Mittagspause anschließen, dann wird erwartet, dass ein besonderer Aufwand zur Motivation und Aufrechterhaltung der Aufmerksamkeit vorgesehen wird.
Es ist bekannt, dass die Leistungsfähigkeit in den Vormittagsstunden des Arbeitstages am größten ist. Die Prüfungsbewerberin will jedoch eine Unterweisung durchführen, die sich aus dem Arbeitsablauf ergibt. Dieser richtet sich im Allgemeinen nicht nach der Tageszeit. Gut ist es allerdings, wenn sich die Unterweisung am Vormittag einrichten lässt. Dieses bringt sie in ihren „Anmerkungen“ zum Ausdruck.
Wenn zu dem Zeitpunkt der Ausbildung keine befriedigenden Angaben gemacht werden, pflegen Ausschüsse diesen Punkt im Prüfungsgespräch anzusprechen. Dies gilt insbesondere für potentiell gefährliche Arbeiten, weil das Unfallrisiko in Zeiten geringerer Wachheit deutlich ansteigt.
2.15 Anmerkungen zum Zeitpunkt
Der Ort, an dem die Ausbildung stattfindet, sollte gekennzeichnet sein durchhinreichende Arbeits-, Ausbildungs- und Informationsmittelhinreichende Arbeits-, Sitz- und Bewegungsflächenhinreichende Ruhe.
2.16 Anmerkungen zum Ausbildungsort
Manche Prüfungsbewerberinnen und -bewerber sprechen von Räumen, in denen jede Störung unterbunden werden soll. Manche wollen sogar Erfrischungsgetränke bereitstellen. Das ist keine normale Ausbildungssituation. Solche Sonder-Motivationsmaßnahmen signalisieren, dass der Bewerber oder die Bewerberin Ausbildungseinheiten als Ausnahme und nicht als die Regel ansehen. Die Ausbildungseinheit soll eine normale, wenn auch besonders gute, Ausbildungssituation darstellen. Erstrebenswert ist daher die Beschreibung von Ausbildungsbedingungen, die jederzeit kurze und längere Ausbildungsmaßnahmen möglich machen.
Im Beruf Industriekauffrau sind eigene Arbeitsplätze mit PC für alle Auszubildenden wünschenswert. Scanner werden meist an einem gesonderten Arbeitsplatz eingerichtet und von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei Bedarf genutzt. Der Ausbildungsplatz für die gewählte Ausbildungsmaßnahme ist also der PC-Platz, an dem der Scanner steht.
2.17 Anmerkungen zu den Ausbildungsmitteln
» 3. Ablauf einer Ausbildungseinheit
Manche Prüfungsteilnehmer und -teilnehmerinnen versuchen geradezu krampfhaft Medien, speziell audiovisuelle Medien, in die Ausbildungsmaßnahme einzubauen. Im Regelfall sind solche Maßnahmen nicht erforderlich, wenn die Arbeitsprozesse aufgegriffen und zur Lernaufgabe gemacht werden.
Arbeitsergebnisse insgesamt
Wenn die Handhabung eines Scanners von der Auszubildenden bei Beginn der Ausbildungseinheit bereits voll beherrscht wird, dann bleibt der Scanner ein Arbeitsmittel. Wenn jedoch bestimmte Einstellungen und Funktionen des Scanners in der Ausbildungseinheit erlernt werden sollen, dann ist er in dieser Situation ein Ausbildungsmittel.
Ausbildungsmittel?Frau Tillessen liest im AEVO-Lexikon: 1.Alle originalen Gegenstände des Arbeitsgebietes, zu denen die Auszubildenden während der Ausbildungsmaßnahme Kenntnisse und Fertigkeiten erwerben sollen 2. Alle Medien, Lernmaterialien und Informationsmittel, die beim Ausbilden eingesetzt werden. Entsprechend gibt die Prüfungsbewerberin ihre Ausbildungsmittel an.
3. Ablauf einer Ausbildungseinheit im Entwurf beschreiben
Nach der Verständigung mit den Richtlinien zur Gestaltung des Entwurfs der Ausbildungseinheit (Ausbildungssituation) wird es Ernst: Die Prüfungsteilnehmerin formuliert den Entwurf, den sie der IHK zuleiten will. Sie weiß, der Entwurf ist Grundlage ihrer späteren Präsentation und der Bewertung ihrer Prüfungsleistungen in der praktischen Prüfung. Erleben Sie folgende Schritte der Ausformulierung des Entwurfs einer Ausbildungseinheit: 3.1 Einrichten des Formblattes für die Beschreibung des Ausbildungsberufs3.2 Gliederung der Methode „Lern- und Arbeitsauftrag“ 3.3 Beschreibung der ersten Stufe: Auftrag erteilen3.4 Beschreibung der zweiten Stufe: Infomieren, Orientieren 3.5 Beschreibung der dritten Stufe: Planen3.6 Beschreibung der vierten Stufe: Besprechen3.7 Beschreibung der fünften Stufe: Durchführen 3.8 Beschreibung der sechsten Stufe: Kontrollieren3.9 Beschreibung der siebten Stufe: Sichern, Dokumentieren3.10 Beschreibung der achten Stufe: Auswerten, Fortsetzen
3.8 Kontrollieren
3.6 Besprechen
3.10 Auswerten, Fortsetzen
3.1 Einrichten des Formblattes für die Beschreibung des Ausbildungsablaufs
Wie jeder Prozess, so kann auch der Ablauf der Ausbildungseinheit in Teile, Schritte, Stufen oder Phasen gegliedert werden. Grundsätzlich bestehen folgende Gliederungsmöglichkeiten:Gliederung nach den fachlichen ArbeitsschrittenGliederung nach TeilzielenGliederung nach den Phasen eines natürlichen LernproszessesGliederung nach den typischen Stufen der gewählten AusbildungsmethodeDa es bei der Ausbildungseinheit insbesondere darum geht, die methodische Fähigkeit zum Vermitteln von Ausbildungsinhalten nachzuweisen, ist die Gliederung nach den Stufen der gewählten Methode zu bevorzugen.
3.2 Gliederung
Formblatt „Ablauf"
3.5 Planen
3.7 Durchführen
3.9 Sichern, Dokumentieren
Die Prüfungsbewerberin kann sich verschiedene Arten der Beschreibung des Ausbildungsablaufs vorstellen, z.B. als Tabelle oder auch mehr als Schilderung.In den „Richtlinien“ der Kammer findet sie als Anregung ein Formblatt, welches in vier Spalten gegliedert ist. Durch die Benutzung dieser Form der Ablaufbeschreibung wird eine lückenlose Beschreibung angeregt.  Sie richtet daher das Formblatt in der Textverarbeitung ihres PC ein.
3.4 Informieren, Orientieren
3.3 Auftrag erteilen
3.1 Formblatt
Die Lern- und Arbeitsauftrag-Methode soll das selbständige Lernen am Arbeitsplatz an konkreten Arbeitsaufgaben oder Arbeitsaufträgen ermöglichen. Dazu werden geeignete Arbeitsaufträge so aufbereitet, dass sie selbständiges Lernen ermöglichen und zugleich am Ende des Weges ein verwertbares Arbeitsergebnis herauskommt. Ein Arbeitsauftrag wird im Regelfall einer Person erteilt, die für dessen Erledigung bereits qualifiziert ist. Wenn dieser Auftrag noch nicht hinreichend qualifizierten Auszubildenden erteilt wird, dann müssen sie im und am Arbeitsauftrag lernen. Durch verschiedene Hilfen und eine besondere Methode wird dieses Lernen im Arbeitsprozess erleichtert.
Die Prüfungsbewerberin hatte vorab bereits eine Entscheidung für den Lern- und Arbeitsauftrag herbeigeführt. Nun gliedert sie diese Methode unter Beachtung der fachlichen Anforderungen:
Auftrag erteilenInformierenPlanenBesprechenDurchführenKontrolierenSichern, DokumentierenAuswerten, Fortsetzen
3.2 Gliederung der Methode "Lern- und Arbeitsauftrag"
3.3 Beschreibung der ersten Stufe: Auftrag erteilen
Die Ausbildungsmethode beginnt mitder Darstellung des Arbeitsauftragsder Vereinbarung der Lernzieleder Motivation der Auszubildenden undder Vereinbarung des Ablaufs
In der ersten Stufe müssen alle Voraussetzungen für das selbstorganisierte Lernen und Arbeiten der Auszubildenden geschaffen werden. Die Inhalte aller Spalten sind aufeinander zu beziehen. Die Zeitangabe in der ersten Spalte soll realistisch sein, hier und in den anderen Stufen.
Orientierung kann sich grundsätzlich auf folgende Rahmenbedingungen der Arbeitsaufgabe beziehen:Erwartungen anderer Personenzeitliche Planung, fachliche GliederungKooperationLernziele, ArbeitszieleArbeitsinhaltLern- und AusbildungsmethodeArbeits- und AusbildungsmittelKriterien zur Bewertung des ArbeitsergebnissesPrinzipien, von denen sich die Auszubildenden leiten lassen (sollen)
3.4 Beschreibung der zweiten Stufe: Informieren, Orientieren
Wenn von Auszubildenden erwartet wird, dass sie sich selbstgesteuert mit einer Arbeitsaufgabe auseinandersetzen, dann müssen sie umfassend informiert werden.
Die Fähigkeit zum Planen von Arbeitsabläufen ist eine wesentliche Schlüsselqualifikation. Durch die Übertragung von Planungsaufgaben und die spätere Überprüfung entwickelt sich die Planungsfähigkeit.
3.5 Beschreibung der dritten Stufe: Planen
Das Planen zu Beginn eines Lern- und Arbeitsprozesses umfasst insbesondere die Zergliederung der Arbeit in eine Folge von Arbeitsschritten.
Die Planung hat einen Entwurf des Arbeitsablaufs hervorgebracht. Bevor dieser Plan umgesetzt wird, will die Prüfungsteilnehmerin ein Gespräch führen und ggf. unzulängliche Planungsergebnisse korrigieren.
Die Planung der Arbeit ist die erste wichtige Phase der vollständigen Handlung, bestehend aus dem Planen, dem Durchführen und dem Kontrollieren. Nach Abschluss der Planung ist eine Besprechung mit der Ausbildungskraft angemessen. Dabei werden erfolgreiche Planungen anerkannt und Planungsschwächen behoben.
3.6 Beschreibung der vierten Stufe: Besprechen
Auf der Grundlage der eigenen Planung und der Absicherung der Planung im Gespräch soll nunmehr die Auszubildende die Arbeit selbständig durchführen.
3.7 Beschreibung der fünften Stufe: Durchführen
Das Durchführen erfolgt nach der vorherigen Planung. Das Kontrollieren des Gesamt-Arbeitsergebnisses erfolgt zwar in der nächsten Stufe. Es ist aber sinnvoll, die Auszubildenden zu befähigen, nach jedem Durchführungsschritt die Fehlerfreiheit und Zielorientierung des Einzelschrittes zu kontrollieren. Dieses Verhalten erfolgt bei der Routinearbeit nahezu unbewusst. Ein nahe liegendes Beispiel ist das Schreiben am PC: jedes Wort, jede Zeile, jeder Absatz des Textes unterliegt der ständigen Kontrolle, bis dann mit der Rechtschreibprüfung die Endkontrolle erfolgt.
3.8 Beschreibung der sechsten Stufe: Kontrollieren
Die selbständige Kontrolle des Arbeitsergebnisses ist ein Teil der Facharbeit. Zu dieser Kontrolle müssen die Auszubildenden angehalten werden. Damit die Kontrolle vollständig erfolgt und das Ergebnis den Qualitätskriterien des Betriebs entspricht, sollten die Kriterien für die Kontrolle vorgegeben werden. Es ist die Vorstellung verbreitet, dass die Auszubildenden selbst diese Kontrollkriterien entwickeln sollen. Das entspricht aber nicht den betrieblichen Realitäten. Das betriebliche Qualitätsmanagement legt die Kriterien für die Arbeitsergebnisse fest, so dass die Arbeitsergebnisse von verschiedenen Personen und zu verschiedenen Zeiten immer dem gleichen Standard entsprechen.
Das Modell der vollständigen Handlung sieht nun das Kontrollieren der Arbeitsergebnisse vor. Die Prüfungsteilnehmerin gibt der Auszubildenden die Chance zur eigenständigen Kontrolle und Beseitigung von Fehlern.
Die meisten Arbeitsaufgaben sind Teil größerer Prozesse. Zwischenergebnisse werden an andere weitergereicht. Die Auszubildende soll lernen, ihre eigenen Ergebnisse zu sichern und zu kontrollieren, damit andere damit weiterarbeiten können.
3.9 Beschreibung der siebten Stufe: Sichern, Dokumentieren
Bei reinen Lern- und Übungsaufgaben ist mit der Kontrolle des Lernergebnisses der Lernprozess zu Ende. Bei Lern- und Arbeitsaufträgen soll über den Lerngewinn hinaus ein im Betrieb verwendbares Arbeitsergebnis erzielt werden. Dieses ist zu dokumentieren und zur weiteren Bearbeitung an andere Mitarbeitende weiterzuleiten.
Gesammte Ablaufbeschreibung
Am Ende einer Ausbildungseinheit ist eine Reflexion der vorangegangenen Arbeit sinnvoll. Diese rückt die Probleme und die Lösungen in den Blick, ermöglicht die Bereitstellung von Erfahrungen für künftige Lernarbeiten und gibt Anlass zur Anerkennung und Lob für gute Leistungen. Die Ausbildungskräfte erkennen ob ihre Vorbereitungen der Ausbildungseinheit angemessen warenob die bereitgestellten Informationen ausreichend warenob die Unterstützung hinreichend warob die oder der Auszubildende über- oder unterfordert warob die Methode für das Thema gut gewählt warob weitere Ausbildungseinheiten in gleicher oder veränderter Form durchgeführt werden können.
» 4. Anlagen zum Entwurf der Ausbildungseinheit bereitstellen
3.10 Beschreibung der achten Stufe: Auswerten, Fortsetzen
Es ist sinnvoll, den Auszubildenden angemessene Anerkennung für gute Ergebnisse auszusprechen und vertiefende Anschlussarbeiten zu übertragen.
4. Anlagen zum Entwurf der Ausbildungseinheit bereitstellen
Es ist üblich, dass der Prüfungsausschuss sich für die Materialien interessiert, die im Entwurf angesprochen werden. Durch Sichtung der Unterlagen kann er sich ein besseres Bild von der Ausbildungssituation machen. Grundsätzlich sollten die Texte beigelegt werden, die für die Gestaltung des selbstorganisierten Lernens von den Ausbildungskräften selbst entwickelt worden sind. Erleben Sie, welche Anlagen die Prüfungsteilnehmerin ihrem Entwurf beifügt: 4.1 Orientierung über den Bedarf an Anlagen zum Lern- und Arbeitsauftrag 4.2 Anlage des „Lern- und Arbeitsauftrages“ 4.3 Kontrollfragen im Lern- und Arbeitsauftrag  4.4 Anlage von betrieblichen Infos 4.5 Anlagen zum Ablauf der Präsentation
4.1 Orientierung über den Bedarf an Anlagen zum Lern- und Arbeitsauftrag
4.3 Kontrollfragen
Die aufgeführten Anlagen für die Hand der Auszubildenden sind von wesentlicher Bedeutung für den anzuleitenden Lernvorgang. Grundsätzlich sollten auf jeden Fall die Texte angelegt werden, die im Entwurf der Ausbildungseinheit erwähnt werden. Das sind insbesondere die Materialien, die für die Gestaltung des selbstorganisierten Lernens von den Ausbildungskräften selbst entwickelt worden sind. Hier ist dies der Lern- und Arbeitsauftrag. Das bereitgestellte Hintergrundwissen kann aus Büchern, CDs, Software oder Info-Blättern bestehen, die die Ausbildungskräfte in seltenen Fällen selbst entwickelt haben und die auf Grund ihrer Medienart nicht dem Entwurf beigefügt werden können. Typische Anlagen für einen Lern- und Arbeitsauftrag sind: ZeichnungenSchaltplänevorangegangener Schriftverkehrtechnische RegelwerkeHandbücherAnleitungenLernsoftware usw. Im vorliegenden Fall kann auf betrieblich vorhandene Info-Blätter zugegriffen werden. Diese sind nicht sehr umfangreich, so dass sie zur Information des Prüfungsausschusses angelegt werden können. Betriebliches Info: „Scannen vorbereiten“Betriebliches Info: „Grundwissen Scannen“
Die Prüfungsteilnehmerin hat in der Beschreibung des Ausbildungsablaufs mehrere textliche Unterlagen erwähnt, die sie der Auszubildenden in die Hand geben will:"Anlagen für die Hand der Auszubildenden“. Sie fragt sich, ob diese Handreichungen für die Auszubildenden auch dem Entwurf der Ausbildungseinheit beigefügt werden sollen.
4.2 Lern- und Arbeitsauftrag
4.1 Orientierung
4.4 Infos
4.6 Screenshots
4.5 Ablauf der Präsentation
4.2 Anlage des „Lern- und Arbeitsauftrages“
Die Informationen des Lern- und Arbeitsauftrags sollen zu selbständigem Lernen und Arbeiten befähigen. Der erste Textblock ist variabel; er muss für verschiedene Situationen und Aufträge speziell formuliert werden. Die übrigen Positionen können auf verschiedene Aufgaben angewendet werden. Sie sind nicht nur für die Ausbildung geeignet, sondern auch für die Erteilung von Arbeitsaufträgen an andere Fachkräfte oder neue Mitarbeitende. Bei der Formulierung des Lern- und Arbeitsauftrags können sich Ausbildungskräfte recht kurz fassen, wenn entsprechende Aufträge vorangegangen sind. Bei neuen Aufträgen muss so viel an Orientierung bereitgestellt werden, wie zur zielstrebigen Lernarbeit der Auszubildenden erforderlich ist. Es kann erforderlich sein, die aufgeführten Punkte zu ergänzen, z.B. durch Nennung von KooperationspartnernNennung des ZeitrahmensBeschreibung der Lern- und Arbeitsmethoden.
Für die Formulierung des Lern- und Arbeitsauftrages verwendet die Prüfungsteilnehmerin ein bewährtes Raster.Beschreibung der Situation und der ArbeitsaufgabeEinzusetzende ArbeitsmittelInformationmaterialAnforderungen an die ArbeitsergebnisseTeilaufgaben
4.3 Kontrollfragen im Lern- und Arbeitsauftrag
Lern- und Arbeitsauftrag
Es gehört zum Wesen von Lern- und Arbeitsaufträgen, dass zwei Ergebnisse erzielt werden sollen:Die Auszubildenden haben ihre Qualifikation verbessert.Es ist ein für den Betrieb brauchbares Arbeitsergebnis herausgekommen.Zur Sicherung des zweiten Ziels hat die Prüfungsbewerberin Fragen zusammengestellt, mit denen die Auszubildende selbst die erforderliche Arbeitsqualität sichern kann.
Kontrollfragen in einem Lern- und Arbeitsauftrag richten sich nicht auf die Kontrolle des Lernerfolgs, sondern auf die Kontrolle der Arbeitsqualität. Diese Kontrollfragen sind aus der Philosophie des Qualitätsmanagements abzuleiten. Die Kontrollfragen sollen sichern, dass entsprechende Arbeitsergebnisse, unabhängig von der Person, die sie erbracht hat und unabhängig von dem Zeitpunkt der Erbringung immer die gleichen festgeschriebenen Merkmale garantieren. Es ist in der praktischen Ausbildung für beide Seiten entlastend, wenn ein Formblatt als Vorlage im PC verwaltet wird, in das die Lern- und Arbeitsaufträge eingeschrieben werden. Dann entsteht im Laufe der Zeit eine Sammlung von Aufträgen, die wiederholt verwendet werden können.
Je mehr Unternehmen Wissensmanagement-Systeme einführen, desto leichter wird auch die Qualifizierung durch Lern- und Arbeitsaufträge. Ein gepflegtes Wissensmanagement enthält z.B. Infos oder Anleitungen zur Durchführung wichtiger Arbeitsaufgaben.  Beachten Sie die Infos 1 & 2. Dies sind Ausdrucke aus diesem System, die die Prüfungskandidatin nicht selbst erstellen musste.
Die Prüfungsbewerberin druckt die betrieblichen Infos aus.Dann holt sie von der Abteilungsleiterin die Genehmigung ein, diese Unterlagen der Ausbildungseinheit beifügen zu dürfen.
Betriebliches Info 1
4.4 Anlage von betrieblichen Infos
Betriebliches Info 2
Der Prüfungsausschuss soll einen Überblick über den Ablauf der Präsentation bekommen. Dazu können verschiedene Medien eingesetzt werden. Frau Tillessen zieht es vor, den Ablauf schriftlich zu formulieren, um ihn dann zu Beginn der Präsentation dem Ausschuss übergeben zu können.
Ablaufplan
4.5 Anlagen zum Ablauf der Präsentation
Medien zur Darstellung des Ablaufs der PräsentationTafelanschriebEinsatz des FlipchartsFolien für die ArbeitsprojektionPinwandProjektion mit BeamerSchriftstücke
Es ist sinnvoll, in einer Ablaufbeschreibung nur die wichtigsten Schritte der Präsentation kurz zu benennen.
Die Prüfungsbewerberin möchte während der Präsentation nicht den gesamten Arbeitsprozess durchführen, aber doch eine Vorstellung von der zu nutzenden Software vermitteln.Daher entschließt sie sich, vom Arbeitsablauf eine Reihe von Bildschirmabbildungen (Screenshots) abzuspeichern, auszudrucken und den Anlagen für den Prüfungsausschuss beizufügen.
» 5. Bewertung des Entwurfs einer Ausbildungseinheit
Die Entwürfe der Ausbildungseinheit sollten nicht mit Materialien überfrachtet werden. Grundsätzlich gehören dort nur die Materialien als Anlagen hinein, die zum Lern- und Arbeitsprozess gehören. Die Screenshots, die das Erscheinungsbild bei der Arbeit mit der Software verdeutlichen, sind Teil der Darlegungen von Arbeitsanforderungen. Adressat ist der Prüfungsausschuss. Daher sollten die Sreenshots oder entsprechende Mittel in der Präsentation vorgezeigt oder als Kopien zu Beginn der Präsentation ausgehändigt werden. Screenshots aus unbekannter Software sagen dem Prüfungsausschuss meist wenig. Deshalb ist es zweckmäßig, jedem Screenshot eine kurze Benennung oder Erklärung beizufügen.
Screenshots
4.6 Screenshots aus der Scan-Software bereitstellen
5. Bewertung des Entwurfs einer Ausbildungseinheit
Damit der Prüfungsausschuss sich bereits vor der Prüfung einen Eindruck von der Ausbildungseinheit bilden kann, reicht die Prüfungsteilnehmerin ihre Ausarbeitung bei der IHK ein. Die Ausschussmitglieder besprechen am Prüfungstag ihre jeweiligen Eindrücke und fassen diese in einer gemeinsamen Bewertung zusammen. Erleben Sie die Bewertung durch den Prüfungsausschuss: 5.1 Bewertung der Lernzielbeschreibung 5.2 Bewertungsgegenstand: Beschreibung der Ausgangssituation 5.3 Bewertungsgegenstand: Ausbildungszeitpunkt 5.4 Bewertungsgegenstand: Motivation 5.5 Bewertungsgegenstand: Ausbildungsmethode5.6 Bewertungsgegenstand: Abschluss der Ausbildungseinheit5.7 Bewertungsgegenstand: „Äußere Form“
5.1 Lernzielbeschreibung
5.5 Ausbildungsmethode
5.7 Äußere Form
5.1 Bewertung der Lernzielbeschreibung
5.4 Motivation
Der Ausschuss setzt sich mit der Lernzielbeschreibung auseinander.Stichworte sind:Unterscheidung der Lernziele nach Eindeutigkeit in Richtlernziele, Groblernziele und Feinlernziele.Unterscheidung von Lernzielen nach den angesprochenen Leistungsbereichen in kognitiv, affektiv, psychomotorisch.Zuordnung der Lernziele zum Ablauf der Ausbildungseinheit.Wichtig ist auch eine Formulierung der Lernziele in einer Weise, dass erkannt werden kann, ob das Lernziel erreicht ist.Seit Ende den achtziger Jahren, als die Vorstellung von Schlüsselqualifikationen und das Handlungsmodell vom Planen, Durchführen und Kontrollieren in die Berufspädagogik Eingang fanden, ist die Formulierung von Lernzielen in der hier geforderten Strenge deutlich zurückgegangen. Schlüsselqualifikationen, Kompetenzen und Qualifikationen sind nunmehr die vorherrschenden Begriffe, die von einer Integration von kognitiven, affektiven und psychomotorischen Leistungen innerhalb von Handlungen ausgehen. Der Prüfungsausschuss hat aber in seinen Richtlinien klar seine Anforderungen zum Ausdruck gebracht. Es ist pädagogisch völlig in Ordnung, wenn er die Zielorientierung der Ausbildungseinheit mit Hilfe von Lernzielen beschreiben lässt.
5.2 Ausgangssituation
Die Kammer hatte den Mitgliedern des Prüfungsausschusses schon vor der Prüfung die Entwürfe der Ausbildungseinheit zugesandt.Die Ausschussmiglieder haben sich mit den Texten befasst und greifen einzelne Punkte auf, die ihnen auffielen, - zunächst ist es die Lernzielbeschreibung.
5.6 Abschluss
5.3 Ausbildungszeitpunkt
5.2 Bewertungsgegenstand: Beschreibung der Ausgangssituation
Folgender Hinweis auf das Jugendarbeitsschutzgesetz hätte den Prüfungsausschuss sicherlich zufrieden gestellt: Die Auszubildende ist 17 Jahre alt, für sie gilt also noch das Jugendarbeitsschutzgesetz, was in der Ausbildung beachtet wird. Dann sollte der Berufsschulbesuch vermerkt werden. Wir sprechen hier in den Kommentaren zur Bewertung die einzelnen Punkte nur kurz an, weil sie noch Gegenstand der Präsentation und des Prüfungsgespräches sein werden.
Für den Ausschuss ist es wichtig, dass die Situation der Auszubildenden umfassend beschrieben wird.
Der Ausschuss vermisst eine präzise Angabe des Zeitpunkts, zu dem die Ausbildungseinheit durchgeführt wird. Die Formulierung könnte lauten: Die Ausbildungseinheit wird um 10 Uhr durchgeführt, weil zu diesem Zeitpunkt eine hohe Lernfähigkeit gegeben ist.
5.3 Bewertungsgegenstand: Ausbildungszeitpunkt
Es ist bekannt, dass die Lernfähigkeit durchaus von der Tageszeit abhängt. Dazu fehlen dem Ausschuss hinreichend präzise Angaben.
Der Ausschuss hat den Eindruck gewonnen, dass die Prüfungsteilnehmerin keine besonderen Motivationsmaßnahmen vorgesehen hat.
Ein Prüfer vermisst durchgehend Bemühungen um die Motivation der Auszubildenden. Durchgehend heißt, dass nach seiner Auffassung fehlen:Motivationshilfen zu Beginn der AusbildungseinheitMotivation durch Erfolgsbestätigungen nach den einzelnen Stufen des AblaufsMotivation durch Erfolgsbestätigung und Lob nach erfolgreicher Durchführung der Ausbildungseinheit.
5.4 Bewertungsgegenstand: Motivation
Nun äußern die Ausschussmitglieder ihren Eindruck von der gewählten Ausbildungsmethode.
Die Auswahl des Lern- und Arbeitsauftrages als Methode, die Gliederung der Ausbildungseinheit in Stufen und das Maß an Selbstverantwortung der Auszubildenden einerseits und die Führung durch die Ausbildungskraft andererseits findet die Zustimmung des Ausschusses. Die Erfahrung zeigt, dass durchweg alle Ausschüsse ein solches Konzept akzeptieren
5.5 Bewertungsgegenstand: Ausbildungsmethode
5.6 Bewertungsgegenstand: Abschluss der Ausbildungseinheit
Der Ausschuss vermisst am Ende der Ausbildungseinheit Hinweise auf die nächste Ausbildungseinheit und auf die Anwendung des Gelernten in der Praxis. Auch sollte – nach seiner Auffassung - ein Hinweis auf den Eintrag der Ausbildungseinheit in den Ausbildungsnachweis erfolgen. Hier offenbart sich ein Problem, welches sich auch in der Anforderung des Ausschusses zeigt, auf den Jugendarbeitsschutz und den Berufsschulbesuch hinzuweisen. Der Ausschuss möchte die umfassende Wahrnehmung der Ausbildungsverantwortung durch die Prüflinge erkennen und gesichert sehen. Für die Prüfungskandidaten und -kandidatinnen steht dagegen die einzelne Ausbildungseinheit im Vordergrund, die aus dem gesamten Ausbildungsablauf herausgegriffen wurde. Die geforderten Hinweise des Ausschusses sichern jedoch die Vollständigkeit der Maßnahme und ihre Einordnung in den gesamten Ausbildungsablauf. Daher sind diese Forderungen durchaus sinnvoll. Sie könnten z.B. in folgender Mindestformulierung umgesetzt werden: „Die Auszubildende ist 17 Jahre und wird unter Wahrung der Schutzvorschriften des Jugendarbeitsschutzgesetzes ausgebildet.“„Die Auszubildende besucht die Berufsschule in der Teilzeitform. Das Thema der Ausbildungseinheit wurde noch nicht in der Berufsschule behandelt.“„Zum Schluss erinnere ich die Auszubildende daran, dass diese Ausbildungseinheit in den Ausbildungsnachweis eingetragen werden soll.“
Der Ausschuss richtet nun sein Augenmerk auf die Abschlussphase der Ausbildungseinheit.
Der Ausschuss bewertet abschließend die Gestaltung des Entwurfs und fasst dann sein Ergebnis zusammen.
5.7 Bewertungsgegenstand: "Äußere Form"
Der Ausschuss erteilt nach den Richtlinien, die alle AEVO-Ausschüsse der IHK Bonn gemeinsam beschlossen haben, maximal 20 von 100 Punkten für den Entwurf. Weitere 80 Punkte werden für die Präsentation und das Prüfungsgespräch vergeben.Die Gewichtungen mögen bei anderen Ausschüssen etwas davon abweichen. Doch das ist im Grunde ohne Auswirkungen. Die Ausbildungsmethode wird z.B. im Entwurf, in der Präsentation und im Prüfungsgespräch zum Gegenstand der Bewertung. Die Gesamtpunktzahl für die Methodendarstellung wird sich kaum verändern, wenn Entwurf, Präsentation und Gespräch etwas anders gewichtet werden. Wichtig ist: auf alle Prüflinge werden die gleichen Kriterien angewendet und zwar in allen Ausschüssen der IHK gleichermaßen.
» 6. Vorbereitung und Durchführung der Präsentation einer Ausbildungseinheit
Es ist zweckmäßig sich innerlich auf die Präsentation vorzubereiten. Die Prüfungsteilnehmerin will u.a. den Ablauf ihrer Präsentation planen, geeignete Präsentationsmedien auswählen und sich vornehmen, die Ausbildungsmethode an einer Tafel zu veranschaulichen. Erleben Sie die Vorbereitungsschritte der Prüfungsteilnehmerin: 6.1 Zielsetzung der Präsentation klären 6.2 Ablauf der Präsentation planen 6.3 Präsentationsmedien auswählen 6.4 Darstellung der Methode planen 6.5 Präsentationsmittel aufbauen 6.6 Begrüßung der Prüfungsteilnehmerin Nach Abschluss der Vorbereitungen prüft die Prüfungsteilnehmerin die Vorbereitung der Medien, stellt sich vor und beginnt, ihre Ausbildungseinheit vor dem Ausschuss zu präsentieren. 6.7   Funktionsfähigkeit der Präsentationsmittel sichern und sich vorstellen 6.8   Ausbildungsmittel, Präsentationsmittel und Thema vorstellen 6.9   Auszubildende beschreiben 6.10 Lernziele beschreiben 6.11 Ausbildungsmethode beschreiben 6.12 Vorgehensweise bei der Präsentation erklären 6.13  Erste Stufe der Ausbildungseinheit erklären 6.14  Anleitung zur Planung präsentieren  6.15 Besprechungsphase präsentieren 6.16 Prüfung der Arbeitsergebnisse präsentieren 6.17 Abschlussphase präsentieren
6. Vorbereitung & Durchführung der Präsentation einer Ausbildungseinheit
6.2 Ablauf
6.5 Aufbau
6.13 Erste Stufe
6.4 Methodendarstellung
6.10 Lernziele
6.11 Methode
6.14 Anleiten
Die Präsentation ist Bestandteil zahlreicher Ausbildungs- und Abschlussprüfungen. Teilweise haben die Kammern im Internet Kriterien für die Durchführung der Präsentation veröffentlich, insbesondere zur Präsentation in den IT-Berufen. Anerkannte Erfolgskriterien der Präsentation sind:Geordnete und gut strukturierte DarstellungVerständliche AusdrucksweiseVorwiegend freier Vortrag, unterstützt durch PräsentationsmittelKonzentration der Darstellungen auf die inhaltlichen SchwerpunkteEinhaltung des zeitlichen Rahmens.
6.12 Vorgehensweise
6.9 Auszubildendenbeschreibung
6.6 Begrüßung
6.7 Funktionssicherung
6.16 Ergebnisse
6.1 Zielsetzung
6.15 Besprechen
Die Präsentation ist eigentlich ein Ersatz für die konkrete Durchführung der Ausbildungseinheit. Daher soll die Präsentation möglichst konkrete Vorstellungen darüber vermitteln, wie die Ausbildungseinheit in der Praxis durchgeführt werden würde. Und sie soll etwas von den pädagogischen Fähigkeiten der Ausbilderin oder des Ausbilders erkennen lassen. Die Prüfungsteilnehmerin fasst daher einige wichtige Vorsätze.
6.8 Präsentationsmittel
6.17 Abschluss
6.1 Zielsetzung der Präsentation klären
6.3 Präsentationsmedien
Ich werde…  … meine Vorgehensweise dem Ausschuss anschaulich verdeutlichen!… frei und überzeugend sprechen!… geeignete Päsentationsmittel einsetzen!
6.9 Auszubildendenbeschreibung
Die Darstellung des Ablaufs der Präsentation kann verwirklicht werdendurch einen Anschrieb an eine Tafel oder einen Flip-Chartdurch Anheften von Karten an eine Pinnwanddurch Auflegen einer Folie auf den Arbeitsprojektordurch eine Projektion mit einem Beamer.Diese Möglichkeiten gefallen der Prüfungsbewerberin nicht, denn sie will die Arbeitsmittel vorführen, die in der Ausbildungseinheit eingesetzt werden sollen. Der Rechner ist dadurch belegt und die Vorführung der Arbeitsmittel bindet die Teilnehmerin an den Präsentationstisch. Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile entschließt sich die Prüfungsteilnehmerin zur schriftlichen Formulierung des Ablaufs der Präsentation. Dieser Anhang wird allerdings nicht dem Entwurf der Ausbildungseinheit beigefügt, sondern zu Beginn der Präsentation dem Ausschuss übergeben. Den Ablaufplan der Präsentation kann sie während ihres Vortrags als Leitfaden nutzen.
6.2 Ablauf der Präsentation planen
Bei der Präsentation der Ausbildungseinheit soll der Prüfungsausschuss in das Ausbildungsvorhaben eingeführt werden.Daher bietet es sich an, den Ablauf der Präsentation vorab darzulegen.
Ablauf der Präsentation  Aufbau der zu präsentierenden Ausbildungs- und ArbeitsmittelVorstellung der eingenen Person und der Ausbildungs- und ArbeitsmittelAushändigen des Ablaufplans und der Screenshots… 
Ablaufplan für die Präsentation
Screenshots für die Präsentation
Der Entwurf der Ausbildungseinheit und auch die Präsentation sollten nicht mit Materialien überfrachtet werden.Die Screenshots, die das Erscheinungsbild bei der Arbeit mit der Software verdeutlichen, geben Hinweise auf die Art der Anforderungen. Daher sollten die Screenshots oder entsprechende Mittel in der Präsentation vorgezeigt oder als Kopien zu Beginn der Präsentation dem Ausschuss überreicht werden.
6.3 Präsentationsmedien auswählen
Die Prüfungsbewerberin möchte dem Prüfungsausschuss eine möglichst konkrete Vorstellung von dem Inhalt der Ausbildungseinheit vermitteln. Sie will während der Präsentation nicht den gesamten Arbeitsprozess durchführen, aber doch eine Vorstellung von der zu nutzenden Software vermitteln. Daher entschließt sie sich, sieben Schnappschüsse von verschiedenen Bildschirmdarstellungen (Screenshots) anzufertigen und diese dem Ausschuss zu übergeben.
6.4 Darstellung der Methode planen
Die Prüfungsteilnehmerin kann sich vorstellen, dass der Prüfungsausschuss sein Augenmerk insbesondere auf die Ausbildungsmethode richtet. Daher will sie die zentrale Idee ihrer Methode an der Pinnwand verdeutlichen. Es ist der Dreierschritt von Planen, Durchführen und Kontrollieren, der jeder vollständigen Handlung und entsprechend ihrem Lern- und Arbeitsauftrag zu Grunde liegt.
Da die Prüfungsteilnehmerin auf die üblichen Präsentationsmittel verzichtet, ist es geschickt, die Medienkompetenz durch das Einbeziehen des Flip-Chart zu demonstrieren. Zugleich wird deutlich, dass sie das Wesen der Methode verstanden hat.Es wird auch deutlich, wo sie mit den Besprechungen in den Ablauf der vollständigen Handlung eingreifen will.
6.5 Präsentationsmittel aufbauen
Im Regelfall steht ein Tisch für die Ablage von Materialien und die Bereitstellung von Ausbildungsmitteln zur Verfügung.Wenn diese Möglichkeit fehlt, sollte der Prüfungsausschuss gefragt werden, ob dessen Tisch genutzt werden kann. Irgendwie wird sich schon eine Aufbaumöglichkeit ergeben. Ansonsten sollten Prüflinge sagen: „Ich hätte Ihnen gerne eine anschauliche Vorstellung von den Arbeitsabläufen vermittelt. Erlauben Sie mir, dass ich nacheinander die vorgesehenen Ausbildungsmittel vorzeige und ihre Funktion im Ausbildungsablauf erkläre.“
Die Teilnehmerin erhält Gelegenheit, den mitgebrachten Scanner und den Rechner zu installieren und sich auf die Präsentation vorzubereiten.
Üblich ist, neben den Grußworten,die namentliche Nennung der Ausschussmitgliederein kurzer Hinweis auf die verfügbare Präsentationszeiteine Frage nach dem Befinden des Prüfungsteilnehmers bzw. der Prüfungsteilnehmerin, mit der festgestellt wird, ob eine akute Erkrankung oder ein sonstiger Grund einem ordnungsgemäßen Prüfungsablauf entgegensteht.
6.6 Begrüßung der Prüfungsteilnehmerin
Ein Mitglied des Prüfungsausschusses begrüßt die Bewerberin und stellt den Ausschuss vor.
Die Prüfungsbewerberin wird aufgefordert, das Arrangement ihrer Präsentationsmittel noch einmal kurz zu prüfen und dann mit der eigentlichen Präsentation zu beginnen.
Die Prüfungsausschüsse haben sicherlich schon mehrfach erlebt, dass gerade beim Einsatz von Rechnern, Datenprojektoren oder Power-Point-Präsentationen Start- und Ablaufschwierigkeiten auftreten.Daher ist die Aufforderung, nochmals die Funktionsfähigkeit der Präsentationsmittel zu prüfen, dankbar entgegenzunehmen. Wenn in den eigentlichen Präsentationen Schwierigkeiten auftreten, dann führt das leicht zu Nervösität, die sich dann während der gesamten Präsentation nicht legt. Allerdings sind der Behebung von Störungen enge zeitliche Grenzen gesetzt. Das Nichtfunktionieren von Präsentationsmitteln, die die Prüfungsteilnehmerin oder der Prüfungsteilnehmer selbst mitgebracht hat, muss sie oder er sich selbst anrechnen lassen. Bei der Vorstellung sollten die Prüflinge nennen:NameBerufggf. das Unternehmen, in dem sie beschäftigt sind.Sodann sind die von ihnen erstellten Unterlagen zur Präsentation zu überreichen.
6.7 Die Funktionsfähigkeit der Präsentationsmittel sichern und sich vorstellen
6.8 Ausbildungsmittel, Präsentationsmittel und Thema vorstellen
Die Aufzählung der Inhalte und Materialien sollte in folgender Reihenfolge stattfinden:Thema der AusbildungseinheitLern- und ArbeitsauftragHilfen (Informationsmittel für die Hand der Auszubildenden)die mitgebrachten Arbeitsmittel.
Die Beschreibung der Auszubildenden beschränkt sich nicht auf Daten, wie Dauer der bisherigen Ausbildung usw.Es sollte bei der Präsentation nicht versäumt werden, über die Lernleistungen, die Interessen und die Motivation der Auszubildenden zu sprechen. Hier kann auch auf das ausgeprägte technische Verständnis der weiblichen Auszubildenden eingegangen werden.
Im nächsten Schritt kennzeichnet die Prüfungsbewerberin die Auszubildende.
6.9 Auszubildende beschreiben
Wegen der formalen Anforderungen, die manche Prüfungsausschüsse an die Formulierung von Lernzielen stellen, sollten in der Präsentation die Lernziele in der Form wiedergegeben werden, wie sie im Entwurf der Ausbildungseinheit eingeführt wurde.
6.9 Auszubildendenbeschreibung
Die Beschreibung der Lernziele leitet die Prüfungsbewerberin aus der Ausbildungsordnung ab.
6.10 Lernziele beschreiben
6.11 Ausbildungsmethode erklären
Die kreisförmige Anordnung ist im ersten Augenblick überraschend, aber sehr geschickt, denn jede Handlung mündet in die Planung einer nächsten Handlung, bei der das vorher erzielte Ergebnis wieder verwendet wird. Ein solcher Anschrieb belebt die Präsentation und gibt der Prüfungsteilnehmerin offensichtlich Sicherheit.
Die Prüfungsteilnehmerin erbittet die Erlaubnis, ihr methodisches Konzept an einem Flip-Chart darstellen zu dürfen.
Die Prüfungsbewerberin erklärt dem Ausschuss, dass sie während der Ablaufbeschreibung das Scannen mit Hilfe der mitgebrachten Arbeitsmittel und Ausbildungsmittel demonstrieren wird.
Hier wird die Vorbereitung der Methodenerklärung aus Arbeitsschritt 6.4 umgesetzt. Die kreisförmige Anordnung ist im ersten Augenblick überraschend, aber sehr geschickt, denn jede Handlung mündet in die Planung einer nächsten Handlung, bei der das vorher erzielte Ergebnis wieder verwendet wird. Ein solcher Anschrieb belebt die Präsentation und gibt der Prüfungsteilnehmerin offensichtlich Sicherheit.
6.12 Vorgehensweise bei der Präsentation erklären
Nachdem der Ausschuss über die gesamten Umstände und Rahmenbedingungen der Ausbildungseinheit informiert wurde, beginnt die Prüfungsteilnehmerin nun mit der Darstellung der ersten Stufe der Ausbildungseinheit.
6.13 Erste Stufe der Ausbildungseinheit erklären
Die Prüfungsbewerberin beschreibt kurz, wie sie die Auszubildende zur Aufstellung von Arbeitsschritten anleitet.  Diese Maßnahme ist das Kernstück der Planung in einem selbstgesteuerten Lern- und Arbeitsprozess.
6.14 Anleitung zur Planung präsentieren
Die erarbeiteten Kenntnisse und die Planung der Auszubildenden sollen dann besprochen werden. Die Prüfungsbewerberin schildert, wie sie schrittweise den Arbeitsablauf mit der Auszubildenden durchsprechen will.
6.15 Besprechungsphase präsentieren
Die Prüfungsbewerberin beschreibt, wie sie mit der Auszubildenden den Abschluss der Arbeit bespricht.Dabei werden insbesondere Kriterien eines betrieblich verwendbaren Arbeitsergebnisses angesprochen.
6.16 Prüfung der Arbeitsergebnisse präsentieren
6.17 Abschlussphase präsentieren
Der letzte Punkt der Präsentation umfasst die Schilderung der letzten Phase der Ausbildungseinheit.
» 7. Durchführung des Prüfungsgesprächs
An die Präsentation schließt sich in das Prüfungsgespräch an. Darin spricht der Prüfungsausschuss den Entwurf und dessen Präsentation an. Erleben Sie zehn Schritte des Prüfungsgesprächs: 7.1   Zeitliche Einordnung der Ausbildungseinheit 7.2   Beschreibung der Auszubildenden 7.3   Zur Lernzielbeschreibung 7.4   Erörterung der Methoden 7.5   Gliederung des Ausbildungsablaufs 7.6   Motivierung der Auszubildenden 7.7   Anerkennung des Lernerfolgs 7.8   Hilfe bei Lernschwierigkeiten 7.9   Zum Zeitpunkt der Ausbildungseinheit 7.10 An den Jugendarbeitsschutz denken
7. Durchführung des Prüfungsgesprächs
7.1 Zeitliche Einordnung der Ausbildungseinheit
Im Entwurf der Ausbildungseinheit wurde ein Auszug aus dem Ausbildungsrahmenplan abgebildet. Dieser zeigt die fachliche Einordnung des Themas. Der Ausbildungsrahmenplan enthält aber auch eine zeitliche Gliederung, die erkennen lässt, innerhalb welchen Zeitraums der Ausbildung das Thema vermittelt werden soll.Ein entsprechender Vermerk fehlt. Das fällt dem Prüfungsausschuss auf. Daher wird angeregt, dem Auszug der fachlichen Gliederung noch einen zeitlichen Hinweis hinzuzufügen. Beispiel: Nach Maßgabe des Ausbildungsrahmenplans ist das Ausbildungsthema im zweiten Ausbildungshalbjahr zu vermitteln. Es ist sinnvoll, bei der Beschreibung der Ausgangslage die Ausbildungseinheit auch in diesen Zeitraum zu legen.
7.5 Gliederung
7.1 Zeitl. Einordnung
7.2 Auszubildende
Das Prüfungsgespräch wird von einer Prüferin geführt.  Offenbar lässt sie sich von dem Aufbau des schriftlichen Entwurfs der Ausbildungseinheit leiten und fragt indirekt nach der zeitlichen Einordnung der Ausbildungseinheit.
7.7 Anerkennung
7.6 Motivation
7.3 Lernziele
7.4 Ausbildungsmethode
7.9 Zeitpunkt
7.10 Jugendarbeitsschutz
7.8 Lernhilfen
Im Entwurf wird die Beschreibung der Auszubildenden unter dem Pkt. „Beschreibung der Ausgangssituation“ ausgeführt. In dem Entwurf wurde folgendes Beschreibungsraster angewendet: Ausbildungsberuf (in weiblicher Schreibweise, wodurch die Erwähnung des Geschlechts überflüssig ist)AlterSchulische VorbildungAusbildungsstandDerzeitiger Einsatzort im BetriebVorbildung im Hinblick auf das Thema der AusbildungseinheitInteresse an der AusbildungLern- und ArbeitsleistungenSelbständiges ArbeitenArbeitssystematikDie letzten beiden Punkte sind wichtig, weil die Auszubildende weitgehend selbstorganisiert das Ausbildungsthema erarbeiten soll. Bei anderen Themen und Methoden wären hier andere Schlüsselqualifikationen anzuführen. Soll eine Reklamation von Kunden und Kundinnen als Thema bearbeitet werden, dann könnten Angaben über das soziale Verhalten, die Kommunikationsfähigkeit oder die Belastbarkeit sinnvoll sein.
7.2 Beschreibung der Auszubildenden
Die Prüferin geht nun auf die Beschreibung der Auszubildenden ein. Ist sie mit den Angaben zufrieden?
7.3 Zur Lernzielbeschreibung
Die Prüferin fragt nach dem Sinn von Lernzielbeschreibungen.
Die Prüferin geht bei ihren Fragen offenbar nach der Gliederung des Entwurfs vor.Das ist vorteilhaft, weil die Prüflinge sich besser an ihre schriftlichen Ausführungen erinnern können und den Verlauf des Prüfungsgespräches gedanklich vorwegnehmen können. Dieser Vorteil entfällt meist dann, wenn alle Mitglieder des Prüfungsausschusses abwechselnd fragen, weil dann meist einzelne Interessensschwerpunkte der Prüfenden den Gesprächsablauf bestimmen. Im Zusammenhang mit den Lernzielen tritt hier zum ersten Mal die in der AEVO-Prüfung verbreitete „Warum“-Frage auf. Erinnern Sie sich: Die Prüflinge sollen Auswahl und Gestaltung der Ausbildungseinheit begründen. So heißt es in der AEVO. Die Antwort von Frau Tillessen ist richtig, aber nicht vollständig. Lernziele richten die Lernaktivitäten auf bestimmte Lernergebnisse aus, sie geben den Auszubildenden Orientierung und lassen sie erkennen, ob sie das angestrebte Ergebnis erreicht haben. Das ist bei selbstorganisierter Lernarbeit besonders wichtig. Robert F. Mager: „Wer nicht weiß, wo er hin will, muss sich nicht wundern, wenn er ganz woanders ankommt.“
Bei einer gut gewählten und gut beschriebenen Ausbildungsmethode bleiben dem Prüfungsausschuss insbesondere folgende Fragen:„Warum haben Sie diese Methode und keine andere gewählt?“„Welche andere Methode könnte bei diesem Thema gut eingesetzt werden?“„Was halten Sie von dem Einsatz der Methode ….. zu Ihrer Thematik?“In dem dargestellten Prüfungsgespräch finden diese Fragen ihren Ausdruck. Es ist also grundsätzlich richtig, sich selbst in der Vorbereitung des Prüfungsgespräches die genannten drei Fragen zu stellen.  Selbstverständlich kann der Prüfungsausschuss auch noch nach Einzelheiten zu der gewählten Methode fragen.
Die Methodenwahl und deren Beschreibung wird im Prüfungsgespräch akzeptiert. Dann leitet die Prüferin auf alternative Methoden über.
7.4 Erörterung der Methoden
7.5 Gliederung des Ausbildungsablaufs
Die Prüferin fragt nach der Gliederung des Ablaufs der Ausbildungseinheit.
Eine Ablaufgliederung wird deshalb eingeführt, weil jeder Lernprozess und jeder Arbeitsprozess grundsätzlich in Phasen, Schritte oder Stufen gegliedert werden kann.Erst nach dieser Antwort auf die gestellte Frage sollte auf die spezielle Gliederung des vorliegenden Ablaufs hingewiesen werden.
Das Prüfungsgespräch wendet sich nun der Lernmotivation zu.
Die Prüferin weiß, dass Lernen nur erfolgreich ist, wenn die Lernenden hinreichend motiviert sind.In der Beschreibung der Ausgangssituation hat Frau Tillessen der Auszubildenden bereits ein hohes Interesse an den informationstechnischen Ausbildungsinhalten bescheinigt. Die Prüferin sieht es trotzdem nicht als selbstverständlich an, dass die Auszubildende für das Thema Scannen motiviert ist. Daher fragt sie nach. Wenn Frau Tillessen wirksame Motivationsbemühungen an den Anfang gestellt hätte, dann wäre die Frage sicherlich nicht gestellt worden. Die Prüfungskandidatin antwortet jedoch geschickt, dass diese Auszubildende allein schon durch die Thematik und ihr ausgeprägtes Interesse für die Arbeit mit dem PC motiviert ist. Das ist in diesem Falle insgesamt durchaus plausibel und wird auch von der Prüferin akzeptiert. Es scheint aber sinnvoll zu sein, in der Eingangsstufe der Ausbildungseinheit nicht nur das Ziel zu nennen, sondern auch Motivationshilfen zu geben und ausdrücklich aufzuführen.
7.6 Motivierung der Auszubildenden
7.7 Anerkennung des Lernerfolgs
Aus der Verhaltenslehre ist der Grundsatz bekannt, dass ein Verhalten künftig häufiger auftritt, wenn es erfolgreich war. Der Erfolg sollte also immer bestätigt werden, damit das selbstorganisierte Lernen und Arbeiten Spaß macht und gerne durchgeführt wird.Hier hat die Prüfungskandidatin nicht sofort die Zielrichtung der Frage erkannt. Sie tut sich offenbar schwer, von Anerkennung und Lob zu sprechen. Aber einen solchen Abschluss erwarten die Prüfungsausschüsse nach erfolgreichem Lernen.
Die Prüferin wendet sich nun der Motivation durch Anerkennung des Lernerfolgs zu.
Jetzt werden zentrale berufspädagogische Fähigkeiten angesprochen.  Die Prüferin fragt nach den Hilfsmöglichkeiten, wenn sich der geplante Lernerfolg nicht einstellen sollte.
7.8 Hilfen bei Lernschwierigkeiten
Prüfungsteilnehmerinnen und Prüfungsteilnehmer beschreiben in ihrem Entwurf, dass die Ausbildungseinheit erfolgreich endet. Das ist natürlich. Wer kommt schon auf die Idee zu schreiben, dass die geplante Ausbildung nicht zum Erfolg führt?Wenn aber anspruchsvolle Ausbildungseinheiten geplant werden, ist es durchaus realistisch, dass Lernschwierigkeiten auftreten, die auch vorausgesehen werden können. Das kann schon im Entwurf vermerkt werden, etwa in dem Sinne: „Sollte die Auszubildende mit der Aufgabe nicht zurechtkommen, dann …“ Ja was dann? Dann müssen Lernhilfen vorgesehen werden, die zur Überwindung der Lernschwierigkeiten geeignet sind. Dabei können verschiedene Arten von Hilfen vorgesehen werden:zusätzliche Ausbildungsmittel zum Nachschlagen, Muster für die Arbeit, Informationsblätter.Pädagogische Lernhilfen, die meist im Gespräch gegeben werden, z.B.motivierender ZuspruchErklärungen, die das Verständnis der Aufgabe fördernAusführungshilfen bis hin zum Vormachen einer Handlung, die nicht gelingen will.Zusammenarbeit mit anderen Auszubildenden.Prüfungsausschüsse fragen gerne, was die Prüflinge tun würden, wenn der von ihnen vorgesehene Ablauf oder der geplante Lernerfolg nicht eintreten würde. Es ist wichtig, hierauf eine Antwort parat zu haben. Prüfungsausschüsse fühlen sich in diesem Punkt besonders herausgefordert, wenn im Entwurf Aussagen folgender Art gemacht werden: „Die Auszubildende fragt, … die Auszubildende sagt, … die Auszubildende macht dies oder das …“. Das muss anders ausgedrückt werden. Etwa: „Auf Grund meiner Anstöße und Hinweise erwarte ich, dass die Auszubildende Fragen folgender Art stellt:“ ….“.
Die Prüfungsteilnehmerin hat den Zeitpunkt zur Durchführung der Ausbildungseinheit auf den Vormittag gelegt. Diese Angabe ist der Prüferin offenbar nicht hinreichend genau.
In der Ausbildungspraxis am Arbeitsplatz werden die Lernaufgaben meist dann aus dem laufenden Arbeitsprozess aufgegriffen, wenn sie konkret auftreten.Diese Position hat auch die Prüfungsteilnehmerin in ihrem Entwurf grundsätzlich vertreten. Sie weiß auch, dass aus physiologischen Gründen die höchste Lern- und Leistungsbereitschaft und -fähigkeit in den Vormittagsstunden liegt. Das vertritt sie auch in der Befragung. Vielleicht sollte im Entwurf gesagt werden: „Die Ausbildungseinheit wird auf 10 Uhr am Vormittag angesetzt, weil dann die Zeit der höchsten Lernfähigkeit gegeben ist“.
7.9 Zum Zeitpunkt der Ausbildungseinheit
7.10 An den Jugendarbeitsschutz denken
» 8. Bewertung der Präsentation
Ein bisher zuhörender Prüfer stellt noch eine Ergänzungsfrage.
Die Fragestellung scheint auf den ersten Blick ablenkend und wenig anspruchsvoll.Da in der Ausgangssituation von einer 17jährigen Auszubildenden gesprochen wurde, wollte der Prüfer sich offenbar nur vergewissern, dass die Prüfungsteilnehmerin sich dieser Tatsache bewusst ist. Das Wissen um das Jugendarbeitsschutzgesetz ist positiv zu werten, denn es besagt, dass die Prüfungskandidatin sich der Arbeitsschutzanforderungen für Jugendliche bewusst ist.
Die Bewertung von Prüfungsleistungen erfolgt bei allen Prüfungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Hier erhalten Sie die einzigartige Möglichkeit, vier Schritte einer Beratung der Präsentation und deren Bewertung zu erleben. 8.1 Bewertungsgegenstand: Selbstdarstellung der Prüfungsbewerberin 8.2 Bewertungsgegenstand: Darstellung der Vorkenntnisse 8.3 Bewertungsgegenstand: Erläuterung der Ausbildungsmethode 8.4 Bewertungsgegenstand: Methodik der Präsentation
8.2 Vorkenntnisse
8.3 Ausbildungsmethode
8.1 Selbstdarstellung
Der Ausschuss hat eine Arbeitsteilung vorgenommen. Ein Prüfungsausschussmitglied fertigte eine Niederschrift über den Verlauf und die Inhalte der Präsentation an. Dieser Prüfer übernimmt daher auch die Führung bei der Bewertung.Der Prüfer greift den ersten Bereich der Bewertung auf: „Aufbau und Gliederung der Präsentation“. Er hätte gerne mehr über die Prüfungsteilnehmerin erfahren. Daraus leiten wir die Regeln ab:Stellen Sie sich zu Beginn der Präsentation vor!Beschreiben Sie kurz Ihre berufliche Situation, derzeitige berufliche Tätigkeit, derzeitige Beziehung zur Ausbildung!Nennen Sie die Gründe, warum Sie die AEVO-Prüfung ablegen wollen!
Die Präsentation wird vom Prüfungsausschuss gesondert bewertet.Bei der Bewertung übernimmt der Prüfer die gedankliche Führung, der über die Präsentation eine Niederschrift angefertigt hat.  Er beginnt mit der Selbstdarstellung der Prüfungsbewerberin.
8.1 Bewertungsgegenstand: Selbstdarstellung der Prüfungsbewerberin
8.4 Präsentationsmethodik
Der Prüfer ist mit der Darstellung der Vorkenntnisse der Auszubildenden nicht ganz zufrieden. Aus diesen Anforderungen des Ausschusses können folgende Regeln für die Präsentation abgeleitet werden:Stellen Sie dar, mit welchen Vorkenntnissen im Hinblick auf das Thema die Auszubildenden in die Ausbildungseinheit eintreten.Stellen Sie dar, wo und wie diese Vorkenntnisse erworben wurden.Der Prüfer geht durchaus zutreffend von der Vorstellung aus, dass es erst die Beschreibung der Vorkenntnisse möglich macht, über die Angemessenheit der Gestaltung der Ausbildungseinheit zu entscheiden.
Im nächsten Bewertungsschritt wird die Beschreibung der Ausgangssitutation aufgegriffen. Es geht um die Beschreibung der Vorkenntnisse der Auszubildenden.
8.2 Bewertungsgegenstand: Darstellung der Vorkenntnisse
8.3 Bewertungsgegenstand: Erläuterung der Ausbildungsmethode
Die Darstellung der Ausbildungsmethode findet die volle Zustimmung des Prüfers. Es kann aus der Präsentation und deren Bewertung abgeleitet werden:Stellen Sie die Methode in klar gegliederten Stufen dar.Verwenden Sie Präsentationsmedien, um die gesamte Methode oder wesentliche Teile zu visualisieren.
Die Erläuterung der Ausbildungsmethode stellt immer einen Bewertungsschwerpunkt dar.
Aus der Art und Weise der Präsentation schließen die Prüfungsausschussmitglieder auf didaktische Fähigkeiten der angehenden Ausbilderin. Folgende Gesichtspunkte wurden bei der Bewertung in den Vordergrund gestellt:Methodik der PräsentationArbeit mit MaterialienVeranschaulichung der Art, wie in der Ausbildungseinheit gearbeitet würdeEinsatz von MedienSprache und zwar unter den GesichtspunktenVerwendung der Fachsprache undallgemeine Sprachgestaltung.Aus diesem Verlauf der Bewertung der Präsentation könnten folgende Regeln abgeleitet werden:Entscheiden Sie sich für eine klar erkennbare Präsentationsmethode!Präsentieren Sie textliche und gegenständliche Materialien, die das Gesagte und Gemeinte verdeutlichen!Veranschaulichen Sie mit Arbeitsmitteln, wie die Ausbildung in der Praxis ablaufen würde!Setzen Sie Präsentationsmedien ein.Verwenden Sie Begriffe der pädagogischen Fachsprache!Sprechen Sie ruhig, einfach und verständlich!
8.4 Bewertungsgegenstand: Methodik der Präsentation
» 9. Bewertung des Prüfungsgesprächs
Im nächsten Punkt wird die Art und Weise angesprochen, in der die Präsentation durchgeführt wurde. Der Protokollführer erinnert an die Sprache, die mitgebrachten Materialien, die Methode und eingesetzten Medien.
9. Bewertung des Prüfungsgesprächs
Nach der Präsentation wird das Prüfungsgespräch beraten und bewertet.  Erleben Sie durch fünf Schritte dieser Arbeit des Prüfungsausschusses und gewinnen Sie Hinweise für Ihr eigenes Prüfungsgespräch. 9.1 Bewertung des Gesprächs über die Ausgangssituation 9.2 Bewertung des Gesprächs über die Lernziele 9.3 Bewertung des Gesprächs über die Ausbildungsmethode 9.4 Bewertung des Gesprächs über die Motivation der Auszubildenden 9.5 Bewertung des Gesprächs über Hintergrundwissen
9.2 Lernziele
9.1 Ausgangssituation
Entwurf und Präsentation der Ausbildungseinheit sowie das Prüfungsgespräch haben die Ausbildungseinheit zum Gegenstand. Wenn Prüflinge in allen drei Anforderungsbereichen vergleichbare Leistungen zeigen, müssten die Bewertungen auch auf gleichem Niveau liegen. Prüflinge können aber im Prüfungsgespräch nur so gut sein, wie die Prüfenden fragen.Deshalb lautet ein Grundprinzip des Prüfens „Den Prüflingen die Chance geben, ihre Leistungsfähigkeit darzustellen.“ Nach Auffassung des Verfassers hat die Prüferin ihre Aufgabe sehr gut wahrgenommen. Was ist nun für die Prüfungsbewerberin herausgekommen? Zunächst wird das Gespräch über die Ausgangssituation bewertet. Hier sieht der Prüfungsausschuss einen Punktabzug für erforderlich an. An diesem Punkt wird auch das Prinzip der Bewertung deutlich: Für verschiedene Leistungsbereiche wird jeweils eine Höchstpunktzahl vorgegeben. Davon werden je nach den ermittelten Leistungsschwächen Abzüge gemacht.
9.5 Hintergrundwissen
9.1 Bewertung des Gespräch über die Ausgangssituation
9.4 Motivation
9.3 Ausbildungsmethode
Das Prüfungsgespräch gibt wesentliche Hinweise auf die berufs- und arbeitspädagogische Befähigung der Prüfungsteilnehmerin. Dieses Gespräch wird nach der Präsentation bewertet.
Der Ausschuss legt besonderen Wert auf eine präzise Lernzielformulierung. Hier wäre eine bessere Vorbereitung der Prüfungsteilnehmerin auf ein Gespräch über Lernziele nützlich gewesen. Stichworte sind:Unterscheidung der Lernziele nach Eindeutigkeit in Richtlernziele, Groblernziele und Feinlernziele.Unterscheidung von Lernzielen nach den angesprochenen Leistungsbereichen in kognitiv, affektiv, psychomotorisch.Wichtig ist auch eine Formulierung der Lernziele in einer Weise, dass erkannt werden kann, ob das Lernziel erreicht ist.Seit Ende den achtziger Jahren, als die Vorstellung von Schlüsselqualifikationen und das Handlungsmodell vom Planen, Durchführen und Kontrollieren in die Berufspädagogik Eingang fanden, ist die Formulierung von Lernzielen in der hier geforderten Strenge deutlich zurückgegangen. Schlüsselqualifikationen, Kompetenzen und Qualifikationen sind nunmehr die vorherrschenden Begriffe, die von einer Integration von kognitiven, affektiven und psychomotorischen Leistungen innerhalb von Handlungen ausgehen. Der Prüfungsausschuss hat aber in seinen Richtlinien klar seine Anforderungen zum Ausdruck gebracht. Es ist pädagogisch völlig in Ordnung, wenn er die Zielorientierung der Ausbildungseinheit mit Hilfe von Lernzielen beschreiben lässt.
9.2 Bewertung des Gesprächs über die Lernziele
Dann trägt der Protokollführer seine Befunde zur Lernzielbeschreibung vor.
9.3 Bewertung des Gesprächs über die Ausbildungsmethode
Nun rückt das Gespräch über die Ausbildungsmethode in den Mittelpunkt der Bewertung.
Beim Gespräch über die Ausbildungsmethode gefiel,dass die Wahl der Methode gut begründet wurde,dass die Prüfungsteilnehmerin über alternative Methoden Auskunft geben konnte,dass sie über Vor- und Nachteile der Methoden Auskunft geben konnte,dass sie die Gliederung des Ablaufs begründen konnte.Diese Punkte werden durchweg von allen Prüfungsausschussen angesprochen.
Der Ablauf einer Ausbildungseinheit wird durch die Ausbildungsmethode bestimmt.In diesem Rahmen gibt es verschiedene bedeutsame Hilfen zur Förderung des Ausbildungserfolgs, vor allem Motivationshilfen.
Der Ausschuss legt großen Wert auf das Loben der Auszubildenden nach erfolgreichem Lernen. Die Prüfungsteilnehmerin hat von Anerkennung gesprochen. Einem Prüfer ist dies zu schwach; er meint, dass bei Jugendlichen durchaus das Loben angebracht sei. Das gilt es zu beachten: Je jünger die Auszubildenden sind, desto weniger ist ihr Selbstwertgefühl gefestigt und desto wichtiger ist das Lob.
9.4 Bewertung des Gesprächs über die Motivation der Auszubildenden
Bei der Bewertung wird deutlich, dass das Prüfungsgespräch sehr positiv verlaufen ist. Der Entwurf war sauber gestaltet. Die Persönlichkeit der Prüfungskandidatin hat überzeugt. Überzeugend war auch das spontane Reagieren auf die Fragen der Prüferin im Prüfungsgespräch. Der Ausschuss freut sich über das Ergebnis und die Prüfungsteilnehmerin sicherlich auch.
Ende
9.5 Bewertung des Gesprächs über Hintergrundwissen
Für den Ausschuss ist es noch wichtig, wann die Ausbildungseinheit durchgeführt wird und dass die Teilnehmerin sich der Tatsache bewusst ist, dass das Jugendarbeitsschutzgesetz zu beachten ist.
Anspruchsvolle Ausbildungsaufgaben wie das Führen eines Verhandlungsgesprächs können mit Hilfe des Rollengesprächs, bzw. Rollenspiels erfolgreich geübt werden. Das folgende interaktive Video zeigt ein Beispiel aus der kaufmännischen Ausbildung. Lernziele Nach der Wahrnehmung und Bearbeitung des Mediums können SieLernziele nennen, die erfolgreich mit dem Rollenspiel erreicht werden können,erklären, wie ein Rollengespräch organisiert werden kann,erklären, welche Funktionen Ausbildungskräfte und Auszubildende beim Rollengespräch übernehmen,erklären, wie Rollen beschrieben werden können,erklären, in welchen typischen Stufen ein Rollenspiel abläuft.
10. Das Rollengespräch als Ausbildungsmethode
Rolle
10.9 Verhandlung
10.4 Die Ausbildungskraft
10.2 Die Darstellenden
10.5 Vorbereiten
10.12 Erörterung
10.3 Die Beobachtenden
10.10 Vereinbarung
10.1 Aktionen im Rollengespräch
10.6 Vorwissens-Sicherung
10.8 Gesprächsbeginn
10.1 Aktionen
Das Rollengespräch ist eine beliebte Ausbildungsmethode zur Entwicklung der Fähigkeit, erfolgreiche Gespräche zu führen.
10.7 Rollenvereinbarungen
Eine Rolle ist ein zusammenhängendes System von Verhaltensweisen, die Menschen entsprechend den Erwartungen einer Gruppe in bestimmten Situationen zeigen. Beispiel: Entsprechend den Erwartungen der Auszubildendengruppe die Verhaltensweisen einer reklamierenden Kundin zeigen.
10.11 Stellungnahme
Aktionen der Auszubildenden
Zwei oder mehrere Auszubildende übernehmen beim Rollengespräch bestimmte Rollen, z.B. von Kundinnen oder Kunden.Andere Auszubildende beobachten das Rollengespräch. Alle Auszubildenden werten das Erlebte gemeinsam aus.
Im Rollengespräch versetzen sich Auszubildende in eine bestimmte Rolle oder Situation und versuchen, diese Rolle mit sprachlichen Mitteln auszufüllen.
Die übrigen Auszubildenden beobachten den Verlauf des Rollengesprächs und merken sich vor, was sie in der anschließenden Erörterung vorbringen wollen.
Wenn die Gruppe der Auszubildenden hinreichend groß ist, dann können neben denen, die die Rollen spielen, noch andere mit Beobachtungsaufgaben beauftragt werden. Die Beobachtung kann frei und unstrukturiert erfolgen, aber auch mit einem bestimmten Beobachtungsauftrag durchgeführt werden. Die Beobachtungen werden anschließend im Kreis aller Beteiligten erörtert.
Beobachtende
Aktionen der Ausbildungskräfte
Die Ausbildungskraft organisiert das Rollengespräch und leitet die anschließenden Erörterungen des Gesprächsverlaufs.
Die Ausbildungskräfte organisieren das Rollengespräch. Sie ermutigen Auszubildende, bestimmte Rollen zu übernehmen. Sie beschreiben die Rollen und lenken die Erörterungen bei der Auswertung des Rollengesprächs.
Die Ausbilderin bereitet das Rollengespräch vor, indem siedas Thema der Ausbildungseinheit nennt,das Ziel angibt undan das bereits erarbeitete Vorwissen erinnert.
In fragend-entwickelnder Form erkundet die Ausbilderin das Vorwissen der Auszubildenden und schreibt die Ergebnisse als Stichworte an einen Flip-Chart.
Rolle der Kundin
Die Auszubildende erhält eine Karte, auf der in Stichworten die Rolle beschrieben ist, die sie als Mitarbeiterin eines Kunden ausfüllen soll:Sie werden von einem Lieferanten angerufen, der Ihnen mitteilt, dass er von den 100 Klemmen, die bestellt worden sind, z.Zt. nur 60 liefern kann.Versuchen Sie, einen Preisnachlass auszuhandeln, der den Lieferverzug kompensieren kann.Bringen Sie vor, dass wir in eine schwierige Lage gegenüber unseren Kunden kommen.Versuchen Sie eine vertretbare Vereinbarung zu treffen, denn bisher waren wir mit dem Lieferanten zufrieden.
Die Ausbilderin erklärt das Ziel der Ausbildungseinheit. Sie skizziert zunächst die Rollen, überträgt sie dann an zwei Auszubildende und gibt ihnen die Rollenbeschreibungen. Dann organisiert sie die Durchführung des Rollenspiels.
10.7 Rollenvereinbarung
Rolle des Mitarbeiters
Rolle der angerufenen Kundin
Der Auszubildende erhält eine Karte, auf der in Stichworten die Rolle beschrieben ist, die er als Mitarbeiter des Unternehmens ausfüllen soll:Rufen Sie die Kundin an und teilen Sie ihr mit, dass von 100 bestellten Klemmen nur 60 sofort und die restlichen 40 erst in ca. 14 Tagen geliefert werden können.Versuchen Sie die Kundin zu beruhigen, wenn sie sich verärgert zeigt.Versuchen Sie durch einen vertretbaren Preisnachlass von nicht mehr als 12 Prozent die Nachlieferung zu vereinbaren.
Gerade bei einem Problemgespräch kommt es auf einen Gesprächsbeginn an, der eine vertrauensvolle Atmosphäre schafft. Alle Beteiligten hören im Hintergrund aufmerksam zu.
Alle Beteiligten sind gespannt, welche Argumente die Gesprächsführenden in der Verhandlungsphase anführen.
Ein Gespräch mit Kundinnen und Kunden muss nicht immer zu einem erfolgreichen Abschluss führen. Im Rollengespräch sollte jedoch eine vertretbare Einigung angestrebt werden, damit das Gespräch den Auszubildenden als Modell für ihre eigenen Gespräche als Fachkraft dienen kann.
Nach dem Rollengespräch fordert die Ausbilderin zunächst die Gesprächsführenden zur Rückschau und zur Stellungnahme auf.
10.11 Stellungnahmen
» 11. 4-Stufen Methode
Schließlich leitet die Ausbilderin durch Fragen und Impulse eine Erörterung unter den Auszubildenden an, die das Rollengespräch beobachtet haben.Dann gibt sie einen Ausblick auf die Vertiefung des Gelernten in den Fachabteilungen.
11. Qualifizieren mit der 4-Stufen Methode
Das folgende interaktive Video verdeutlicht am Beispiel "Drehen eines Gewindes" die Prinzipien der 4-Stufen Methode. Lernziele Nach der Wahrnehmung und Erarbeitung des interaktiven Videoshaben Sie eine Vorstellung vom Ablauf der Vier-Stufen-Methode gewonnen,können Sie die vier Stufen erklären,haben Sie geübt, den Kommunikationsstil in einer Unterweisungsmethode kritisch zu analysieren,können Sie die typischen Aktionen von Ausbildungskräften und Auszubildenden bei der Nutzung dieser Ausbildungsmethode erklären.
Beteiligte
11.1 Die Beteiligten
Bei der Vier-Stufen-Methode sollen Auszubildende die Arbeitsaufgabe sehen sowie das Handeln der Ausbildungskraft erleben. Sie sollen neben dieser stehen und so die Arbeitsabläufe bestmöglich wahrnehmen, die sie selbst nachmachen und in ihren Könnensbestand übernehmen sollen.Daher sind im Regelfall nur ein oder zwei Auszubildende und eine Ausbildungskraft an der Vier-Stufen-Methode beteiligt.
11.6 Üben
Drehmaschine
11.4 Erklären und Vormachen
Die Ausbildung findet an einer Drehmaschine statt. Beteiligt sind ein Ausbilder und eine Auszubildende. Die Auszubildende erlernt den Beruf der Industriemechanikerin. Sie soll das Drehen eines Gewindes erlernen.
11.3 Vorbereiten
11.7 Erfolgsbestätigung
11.8 Abschl. Übungsauftrag
11.5 Nachmachen
11.9 Sichern
11.2 Die Stufen
Für technisch Interessierte: Die hier eingesetzte Drehmaschine ist eine herkömmliche Leit- und Zugspindeldrehmaschine, die zum Schneiden von Gewinden geeignet ist.Die Maschine ist mit einer elektronischen Positionsanzeige ausgestattet, an der die Längs- und Querbewegungen des Drehmeißels eingestellt und abgelesen werden können.
Lernziel
Die Qualifizierung soll nach der Vier-Stufen-Methode der Ausbildung erfolgen. Die vier Grundstufen sind:VorbereitenVormachenNachmachenÜben
Bevorzugte Lernziele sind:Vermittlung von Fertigkeiten in Verbindung mit dem Erwerb von Kenntnissen,Entwicklung von Handlungsmustern.
Bei der Vier-Stufen-Methode werden unter Arbeitsmitteln vor allem Werkstücke, Hilfsmittel, Geräte und Werkzeuge verstanden. Im weiteren Sinne zählen dazu z.B. auch Tabellenbücher, aus denen Daten für die Einstellung einer Drehmaschine entnommen werden. Diese Arbeitsmittel werden im Regelfall am Beginn der Ausbildungseinheit präsentiert. In dieser vorausschauenden Bereitstellung der Arbeitsmittel in der Stufe der Vorbereitung spiegelt sich die Planmäßigkeit des Arbeitens.
Ausbildungskräfte müssen die Gefährdungen, die bei einer Arbeit auftreten können, voraussehen.Oft können die Gefährdungen durch Schutzbrillen, Handschuhe oder Helme abgewendet werden. Meist ist die Bereitstellung dieser Körperschutzmittel mit einer kurzen Sicherheitsunterweisung zu verbinden. Dieses kann in der ersten Stufe, dem Vorbereiten, erfolgen oder vor den Situationen, in denen die Gefährdung auftritt.
Lernbereitschaft
Arbeitsaufgabe
Vorbereiten
Bezeichnung für die erste Stufe der Vier-Stufen-Methode. Auf dieser Stufe ist insbesondere die Ausbildungskraft aktiv, indem siedie Vorbereitung für die Durchführung der Ausbildungseinheit prüft,das Lernziel darstellt,das Interesse der Auszubildenden weckt,den Arbeitsplatz vorbereitet,Sicherheitsvorkehrungen (z.B. Körperschutzmittel aushändigen) trifft,die Arbeitsmittel, Betriebsmittel und Geräte erklärt.
Bei der vorliegenden Ausbildungseinheit hat die Auszubildende bereits selbst einen Bolzen gedreht, der mit einem Gewinde versehen werden soll. Nun prüft der Ausbilder, ob Werkstück und Maschine für die neue Aufgabe vorbereitet sind.
Es ist selbstverständlich, dass die Ausbildungskraft die anstehende Arbeitsaufgabe in der Stufe der “Vorbereitung” benennt; oft ist es sinnvoll, dass sie die Arbeitsaufgabe im Ablauf kurz erklärt.
Arbeitsmittel
In der Stufe der Vorbereitung muss das Interesse der Auszubildenden für die Lern- und Arbeitsaufgabe geweckt werden. Im Regelfall ist dieses Vorhaben erfolgreich, wenn die Bedeutung der zu erlernenden Arbeit für die berufliche Handlungsfähigkeit erklärt wird.
Körperschutzmittel
Simulieren
Manche Arbeiten sind mit Gefahren verbunden. In diesen Fällen ist es sinnvoll, zunächst die konkrete Situation zu “spielen”, d. h. eine Situation zu schaffen, in der das gefahrgeneigte Handeln unter Ausschluss der Gefahr erprobt und bis zur Handlungssicherheit geübt werden kann.
Simulieren, Simulation
Bezeichnung für die zweite Stufe der Vier-Stufen-Methode. Auf dieser Stufe ist insbesondere die Ausbildungskraft aktiv, indem sieeine oder mehrere Tätigkeiten vormacht,den Auszubildenden die theoretischen Hintergründe der Tätigkeit erklärt,den Auszubildenden erklärt, warum die Tätigkeit so und nicht anders durchgeführt werden soll.
Vormachen
Der Ausbilder erklärt, wie die Maschine zu handhaben ist und simuliert einen Zerspanvorgang.
Erklären
Das “Vormachen” zeigt den Auszubildenden den Handlungsablauf. Welche fachlichen Kenntnisse und Erfahrungen dieses Handeln leiten, erschließt sich meist nicht aus dem Beobachten.Daher fördern die Ausbildungskräfte das Verständnis der Auszubildenden indem sie zu ihren Handlungen erklärenwas sie machen,wie sie die Handlung gestalten,warum sie die Handlung so und nicht anders ausführen.
Die Auszubildende macht den simulierten Zerspanvorgang nach. Dabei unterläuft ihr ein Fehler. Der Ausbilder weist auf die Folgen der fehlerhaften Handhabung hin. Hätte dieser Fehler durch eine eindringlichere Vorbereitung verhindert werden können oder sollen? Oder ist es besser, aus Fehlern lernen zu lassen?
Fehler
Nachmachen
Bezeichnung für die dritte Stufe der Vier-Stufen-Methode. Auf dieser Stufe sind insbesondere die Auszubildenden aktiv, indem siebewusst die beobachteten Handlungen der Ausbildungskraft nachmachen,erklären, was sie machen, wie sie es machen und warum sie die Handlungen so und nicht anders ausführen.
Fehler beruhen insbesondere auf unzureichender Beobachtung des vorgemachten Handelns, auf unzureichender Fertigkeit, auf unzureichendem Verständnis für das Wie, Was und Warum der nachzumachenden Arbeitshandlung.Beim Nachmachen liefern Fehler deutliche Hinweise auf Probleme der Auszubildenden. Die Ausbildungskräfte müssen “einhaken”, dem Fehler auf den Grund gehen und zum fehlerfreien Nachmachen anleiten. Während des Übens sollten dann keine Fehler mehr auftreten.
Üben
Übungsregeln
Bezeichnung für die vierte Stufe der Vier-Stufen-Methode. Oft wird die vierte Stufe auch Lernerfolgssicherung genannt. Auf dieser Stufe sind insbesondere die Auszubildenden aktiv, indem siedie nachgeahmte Arbeitshandlung mehrfach in gleicher Form oder in variierenden Anwendungen wiederholen,ihre Leistungsfähigkeit ausbauen und dabei zunächst Handlungssicherheit (Fehlerfreiheit) und dann Handlungsschnelligkeit entwickeln.
Die Auszubildende wiederholt die Ingangsetzung der Maschine, bis ihr der Arbeitsschritt fehlerfrei gelingt. Damit sind die Voraussetzungen für das eigentliche Spanen geschaffen. Die erste Phase der Ausbildungseinheit ist abgeschlossen.
Lassen Sie die in der Vier-Stufen-Methode erlernte Fertigkeit mehrfach wiederholen.Lassen Sie so üben, dass die Auszubildenden einen Sinn erkennen.Betten Sie die Übungen möglichst in Anwendungsaufgaben ein.Kontrollieren Sie den Übungsfortschritt.Bevorzugen Sie das Üben in Partner- oder Gruppenarbeit.Halten Sie das Gelernte lebendig.
Erfolgsbestätigung
Inzwischen ist das Gewinde geschnitten worden. Der Ausbilder spricht für alle richtigen Arbeitsschritte und für das Gesamtergebnis in angemessener Weise seine Anerkennung aus. Erfolgsbestätigungen sollten sich nicht nur auf die Anerkennung der gerade vollbrachten Lernleistung beziehen, sondern auch eine Perspektive enthalten.
Die Vier-Stufen-Methode der Ausbildung ermöglicht ein sehr enges Zusammenwirken von Ausbildungskraft und Auszubildenden. Dabei bieten sich viele Möglichkeiten, richtiges Arbeitsverhalten und richtige Erklärungen der Auszubildenden zu bestätigen.Beim Nachmachen versuchen die Auszubildenden die Handlungen der Ausbildungskraft nachzumachen. Dabei sind meist nicht nur die äußeren Handlungen, sondern auch die Haltung der Ausbildungskraft gegenüber der Arbeit ein Vorbild für die Auszubildenden. Durch die Erfolgsbestätigungen wird den Auszubildenden zugesichert, dass sie weitgehend die Haltung und Leistungsform der Ausbildungskraft übernommen haben.
11.8 Abschließender Übungsauftrag
Zur Festigung des Gelernten werden weitere Arbeiten aufgegeben, die die Arbeitsabläufe sicherer und Fehler unwahrscheinlicher machen.
Sichern
Weil beim Gewindeschneiden leicht Schäden an der Maschine und am Werkzeug entstehen können, vergewissert sich der Ausbilder abschließend, dass die Auszubildende die wichtigste Arbeitsregel verinnerlicht hat.
Durch das Üben sollen die jungen Männer und Frauen befähigt werden, sicherer und fehlerfreier die erlernte Arbeit auszuführen. Daher beobachten die Ausbilder und Ausbilderinnen den Übungsverlauf und greifen ein, wenn sich Fehler einschleichen. Im vorliegenden Fall bezieht sich das Sichern auch auf die Maschinenhandhabung. Durch fehlerhafte Maschinenhandhabung können schwere Schäden entstehen. Daher vergewissert sich die Ausbildungskraft, dass die wichtigste Regel zur Vermeidung von Schäden verstanden worden ist. Sichern hat also am Ende der Ausbildungseinheit als Aktion der Ausbildungskraft drei Aufgaben:Festigen des Erlernten,Sichern von fehlerfreien Arbeitsabläufen,Vermeiden von Schäden an Maschinen und von Unfällen.